Thronfolge in Japan: Keine Frauen auf dem Chrysanthementhron
Japans Premierministerin Takaichi hat einen kontroversen Plan vorgelegt, um die Thronfolge in der ältesten Monarchie der Welt zu sichern. Angesichts des Mangels an zeugungsfähigen Prinzen in der kaiserlichen Familie soll der männliche Nachwuchs des abgeschafften Vorkriegsadels reaktiviert werden. Ziel ist es, eine Kaiserin um jeden Preis zu verhindern. Der Vorschlag hat eine Debatte über die Zukunft der japanischen Monarchie ausgelöst.
Hintergrund: Die Krise der kaiserlichen Familie
Derzeit gibt es nur drei Thronfolger nach Kaiser Naruhito: seinen jüngeren Bruder Prinz Akishino, dessen Sohn Prinz Hisahito und den ehemaligen Prinzen Hitachi, den Onkel des Kaisers. Prinz Hisahito ist der einzige männliche Nachkomme in der jüngeren Generation. Nach geltendem Recht können nur Männer den Thron besteigen. Töchter der kaiserlichen Familie verlieren ihren Status, wenn sie Bürgerliche heiraten.
Um die Krise zu lösen, hatte eine Regierungskommission 2021 empfohlen, weibliche Mitglieder der kaiserlichen Familie nach der Heirat im Haushalt zu behalten und ihnen die Thronfolge zu ermöglichen. Diese Empfehlung wurde jedoch von konservativen Kräften blockiert.
Der Plan der Premierministerin
Premierministerin Takaichi, die selbst eine Frau ist, lehnt eine Kaiserin ab. Stattdessen schlägt sie vor, männliche Nachkommen der ehemaligen Adeligen (Kazoku) in die kaiserliche Familie zu adoptieren. Der Kazoku wurde nach dem Zweiten Weltkrieg abgeschafft. Kritiker bezeichnen den Plan als rückwärtsgewandt und undemokratisch. „Es ist absurd, im 21. Jahrhundert eine reine Männerlinie erzwingen zu wollen“, sagte ein Kommentator der Zeitung Asahi Shimbun.
Die Regierung prüft nun rechtliche Änderungen, um die Adoption erwachsener Männer aus ehemaligen Adelsfamilien zu ermöglichen. Bislang ist die Adoption auf Kinder unter 15 Jahren beschränkt.
Reaktionen und Ausblick
Der Plan stößt auf gemischte Reaktionen. Während konservative Kreise ihn befürworten, warnen Oppositionspolitiker vor einer „Restauration des Vorkriegssystems“. Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit der Japaner eine Kaiserin befürworten würde. Die öffentliche Meinung könnte den Druck auf die Regierung erhöhen, alternative Lösungen zu finden.
Die Debatte zeigt die tiefe Spaltung in der japanischen Gesellschaft zwischen Tradition und Moderne. Ohne eine baldige Lösung droht die Monarchie in eine noch tiefere Krise zu stürzen.



