Die Rapperin Juju (bürgerlich Judith Wessendorf) hat erstmals ausführlich die Hintergründe der Trennung ihres Duos SXTN von Partnerin Nura im Jahr 2018 geschildert. In einem Gespräch mit dem SPIEGEL erklärte die 33-Jährige, dass sie die Entscheidung spontan und ohne Absprache mit ihrem Management getroffen habe, weil sie gesundheitlich und emotional am Ende gewesen sei.
Spontane Trennung ohne Vorwarnung
„Deswegen habe ich mich auch getrennt von Nura und das einfach gepostet, ohne dass ich irgendjemandem etwas davor gesagt habe. Weil ich nicht mehr konnte. Ich habe das auch meinem Management nicht vorher gesagt. Ich war so: Das muss ich jetzt für mich machen, weil sonst … Auch gesundheitlich und so: Ich war am Ende“, sagte Juju. Der Bruch zwischen den beiden Rapperinnen gilt als einer der größten Mythen im Deutschrap. SXTN hatte mit Songs wie „Fotzen im Club“ Maßstäbe für einen technisch versierten, selbstbewussten Female-Rap gesetzt.
Wegweisend für Frauen im Rap
Juju betonte die Bedeutung des Duos: „Zwei komplett nicht privilegierte Leute, die alles selber schreiben als Frauen, was es vorher gar nicht gab, rappen so wie Männer, aber eigentlich besser. Und geben Frauen und Jugendlichen eine Stimme – und sich selbst auch. Und verändern so komplett das ganze Deutschrap-Ding, dass das auf einmal komplett akzeptiert ist, dass eine Frau rappt.“ Die Trennung erfolgte aus einer Notlage heraus: „Bevor wir uns getrennt haben, war es ja auch so, dass mir da auch schon richtig schlecht ging und dass ich da eigentlich auch nicht mehr konnte.“
Diagnose ADHS und Autismus
Nach der Trennung und ersten Solo-Erfolgen nahm sich Juju eine Auszeit und suchte professionelle Hilfe. In der Therapie wurde bei ihr ADHS und Autismus diagnostiziert. Dies sei ein erhellender Moment gewesen: „Das war der Moment, wo ich das erste Mal gecheckt habe: Okay, das ist etwas, das kann ich jetzt nicht kontrollieren und das ist was, was alles erklärt eigentlich. Ich erinnere mich richtig gut an den Tag, dass ich da wirklich nach langer Zeit mal wieder … Wenn man so durch die Wohnung springt und richtig glücklich ist, weil ich einfach dachte: okay, krass. Diese ganzen Sachen, die immer nicht geklappt haben oder auch in der Schule oder mit Menschen oder … Sachen, die ich nicht so konnte wie andere oder Sachen, die ich viel besser konnte als andere. Und ich habe das nie verstanden … Das habe ich in dem Moment alles verstanden und es war geil, ehrlich gesagt.“
Blick in die Zukunft
Juju, die mit bürgerlichem Namen Judith Wessendorf heißt, arbeitet inzwischen an neuer Musik und reflektiert ihre Karriere. Die Trennung von Nura sieht sie als notwendigen Schritt für ihre Gesundheit. Ein Comeback von SXTN schließt sie nicht aus, betont aber, dass sie zunächst ihren eigenen Weg gehen müsse.



