Nato-Gipfel: Kanada kauft deutsche U-Boote – Rüstungsindustrie profitiert
Kanada kauft deutsche U-Boote – Rüstungsboom bei Nato

Kanada hat sich für den milliardenschweren Kauf von zwölf deutschen U-Booten entschieden. Die Entscheidung fiel am Rande des Nato-Gipfels in Ankara, wo parallel ein Rekord-Wehretat Deutschlands und zahlreiche weitere Rüstungsverträge präsentiert wurden. Nato-Generalsekretär Mark Rutte forderte die Industrie auf, schnell zu liefern: „Abschreckung wird genauso sehr in Fabriken gebaut wie von unseren Streitkräften ausgestrahlt.“

Rekord-Wehretat und steigende Ausgaben

Deutschland plant für 2027 einen Wehretat von 109,7 Milliarden Euro – mehr als eine Verdoppelung gegenüber 2024. Bis 2030 soll der Etat auf 183,7 Milliarden Euro steigen. Insgesamt sind von 2027 bis 2030 610,2 Milliarden Euro für die Verteidigung vorgesehen. Die Nato-Staaten wollen bis 2035 fünf Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für Militär und Sicherheit ausgeben, wobei bereits vier Prozent erreicht sind.

Industrieforum als Bühne für Milliardenverträge

Beim dritten Industrieforum der Nato in Ankara wurden Verträge im Wert von zig Milliarden angekündigt. Dazu gehört der Ersatz der Awacs-Aufklärungsflotte durch ein kanadisch-schwedisches Konsortium aus Bombardier und Saab. Deutschland beteiligt sich an den Kosten, was den Standort Geilenkirchen bei Aachen sichert. Ein Nato-Diplomat betonte: „Die Nato bringt Wirtschaft und Militär zusammen, damit beide Seiten wissen, was die andere braucht.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

U-Boot-Deal mit Kanada: Milliarden für deutsche Werften

Der U-Boot-Auftrag für Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) umfasst zwölf Boote für Kanada, sechs für Deutschland und sechs für Norwegen. Der Verkauf soll inklusive Service bis zu 20 Milliarden Euro einbringen, die Wartung über den Lebenszyklus weitere 40 Milliarden Euro. Kanzler Friedrich Merz, Außenminister Johann Wadephul und Verteidigungsminister Boris Pistorius begrüßten den Deal als „Boost für die deutsche Industrie“.

Sorge vor Rüstungsinflation

CDU-Haushaltspolitiker Andreas Mattfeldt äußerte „große Sorge“ angesichts steigender Preise: „Die Herstellung der vollständigen Verteidigungsfähigkeit bis 2029 führt zu Begehrlichkeiten, die sich leider immer häufiger in einer Rüstungsinflation niederschlägt.“ Auch Grünen-Politiker Sebastian Schäfer berichtet von „horrenden Preissteigerungen“ bei simplen Produkten wie Tankcontainern und IT-Komponenten. Mattfeldt fordert einen „effizienten Einsatz mit den Steuergeldern“ und mehr Praxisnähe bei Beschaffungen.

Bürokratieabbau und Beschleunigung

Trotz des Drucks auf schnelle Lieferungen kann die Nato nur Empfehlungen zum Bürokratieabbau geben, wie ein Diplomat erklärte. Die Allianz wolle keine Gesetze machen, aber die Vergabeverfahren beschleunigen. Deutschland profitiert nicht nur von eigenen Ausgaben, sondern auch von Aufträgen der Verbündeten, was die heimische Rüstungsindustrie stärkt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration