Klopp als wandelnde Werbetafel
Ob Zwieback, Tapetenkleister oder Elektrorasierer – Jürgen Klopp hat in den vergangenen Jahren für fast alles geworben. Mit mehr als zwei Dutzend Werbepartnern zählt der 59-Jährige zu den gefragtesten Testimonials Deutschlands. Nun soll er auch noch Nationaltrainer werden – und dabei vielleicht auch für Konkurrenten seiner eigenen Sponsoren trommeln.
Ein neuer Job mit alten Verpflichtungen
Klopp, derzeit Angestellter des Getränkeherstellers Red Bull, wird ab September 2026 die deutsche Fußball-Nationalmannschaft übernehmen. Doch seine zahlreichen Werbeverträge könnten zu Interessenkonflikten führen. So wirbt Klopp unter anderem für eine bekannte Rasierermarke, während ein Konkurrent des Unternehmens ebenfalls als Sponsor des DFB auftritt. Experten sehen hier ein erhebliches Spannungsfeld.
Reaktionen aus der Werbebranche
„Klopp ist eine einzigartige Marke, aber als Bundestrainer wird er sich auf das Wesentliche konzentrieren müssen“, sagt Werbeexperte Prof. Dr. Markus Voigt von der Universität Köln. „Die Gefahr von Interessenkonflikten ist real, zumal der DFB selbst lukrative Sponsorenverträge hat.“ Der Verband selbst zeigt sich gelassen: „Wir sind überzeugt, dass Jürgen Klopp seine Rollen trennen kann“, so ein DFB-Sprecher.
Klopps Werbepartner im Überblick
Zu den bekanntesten Marken, für die Klopp geworben hat, zählen ein Zwieback-Hersteller, ein Tapetenkleister-Produzent und ein Elektrorasierer-Anbieter. Hinzu kommen Kooperationen mit einer Supermarktkette, einem Automobilclub und einer Investmentplattform. Insgesamt umfasst sein Portfolio über 25 Partner, die ihm jährlich Millionenbeträge einbringen.
Auswirkungen auf die Nationalmannschaft
Die Personalie Klopp könnte auch die Vermarktung der Nationalmannschaft beeinflussen. Der DFB erzielt mit seinen Hauptsponsoren Erlöse im dreistelligen Millionenbereich. Sollte Klopp öffentlich für Konkurrenzprodukte werben, könnte dies zu Spannungen führen. „Das ist ein Minenfeld, das Klopp und der DFB sorgfältig managen müssen“, so Voigt.
Klopp selbst hat angekündigt, seine Werbeaktivitäten während seiner Zeit als Bundestrainer zu reduzieren. „Ich werde mich voll auf den Job konzentrieren“, ließ er über seinen Manager mitteilen. Ob er jedoch auf alle Verträge verzichten kann, bleibt fraglich.



