Ex-Außenministerin Kneissl wirft FPÖ Mobbing vor
Kneissl wirft FPÖ Mobbing vor

Ex-Außenministerin Kneissl wirft FPÖ Mobbing vor

Die frühere österreichische Außenministerin Karin Kneissl, die 2017 als Parteilose von der rechtspopulistischen FPÖ ins Amt gehoben wurde, erhebt schwere Vorwürfe gegen ihre ehemalige politische Heimat. In einem Interview mit einer kremlfreundlichen deutschen Plattform sprach die 61-Jährige nun über angebliches Mobbing durch die FPÖ. Sie sei „vielen zu unabhängig“ gewesen, „ganz besonders den Freiheitlichen“, so Kneissl.

Kneissls Knicks vor Putin

Kneissl war Ende 2017 vom damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache als Außenministerin präsentiert worden. Rückblickend fühlt sie sich politisch gemobbt, angeblich schon von Beginn an. Die FPÖ habe sie am liebsten bereits „am siebenten, achten Tag meines Ministeramts wieder weggehabt“. Man habe ihr das Leben schwer gemacht. Sie habe „sehr viele Projekte halb auf Schiene gehabt“, vorrangig mit der Türkei, was ihr die FPÖ zum Vorwurf gemacht habe. Wer genau sie gemobbt haben soll, bleibt unklar. Eine Anfrage von SPIEGEL und „Standard“ blieb unbeantwortet. Die FPÖ wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

Ihre Amtszeit blieb vor allem durch den Besuch von Wladimir Putin bei ihrer Hochzeit in Erinnerung. Der russische Machthaber erschien mit Kosakenchor und tanzte mit der Braut. Fotos von Kneissls tiefem Knicks vor Putin gingen um die Welt. Die Koalition aus konservativer ÖVP und FPÖ hielt nur 18 Monate, bis sie im Mai 2019 nach der Veröffentlichung des Ibiza-Videos durch SPIEGEL und „Süddeutsche Zeitung“ zerbrach.

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Kneissls Leben in Russland

Inzwischen hat Kneissl in Russland ein neues Zuhause gefunden und wird offenbar vom Kreml unterstützt. Mit Österreich hat sie gebrochen; bis auf zwei Personen habe sie alle Kontakte gekappt. Einwohner ihrer Heimat schmähte sie kürzlich als „Hyänen“. In ihrer Kritik erwähnt sie den heutigen FPÖ-Chef Herbert Kickl nicht namentlich, aber sie lässt durchblicken, was sie von ihm hält: „Strache wurde von den Leuten, die er groß gemacht hatte, fertig gemacht.“ Kickl, einst Straches Stratege, soll ihn nach dem Ibiza-Video zum Rücktritt gedrängt haben. Strache selbst poltert gegen Kickl und bezeichnete Kneissl 2023 als Opfer politischer Verfolgung.

Die liberalen Neos prüfen derzeit einen Antrag auf Aberkennung der österreichischen Staatsbürgerschaft für Kneissl. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Verstrickungen zwischen FPÖ und russischen Kreisen.

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