Kreml fordert Türkei auf, Ukraine von Angriffen auf Energieanlagen abzubringen
Kreml: Türkei soll Ukraine von Energieangriffen abhalten

Der Kreml hat die Türkei und andere Staaten aufgefordert, ihren Einfluss geltend zu machen, um die Ukraine von Angriffen auf Energieinfrastruktur abzubringen. Hintergrund ist ein mutmaßlicher ukrainischer Angriff auf die Gazprom-Pumpstation Krasnodarskaja, über die Erdgas durch die Blue-Stream-Pipeline in die Türkei exportiert wird. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete den Angriff vor Journalisten als „sehr gefährlich“ und kündigte Maßnahmen Russlands an, um die Gefahr derartiger Angriffe zu minimieren. Die Äußerungen erfolgten am Rande des Nato-Gipfels in Ankara.

Präsidenten Nawrocki und Selenskyj treffen sich trotz Krise

Inmitten eines Geschichtsstreits zwischen Polen und der Ukraine haben die Präsidenten Karol Nawrocki und Wolodymyr Selenskyj am Rande des Nato-Gipfels ein kurzes Gespräch geführt. Nawrocki berichtete der polnischen Nachrichtenagentur PAP von einem Austausch von Höflichkeiten, bei dem das Geschichtsthema ausgespart wurde. Die Begegnung fand am Dienstagabend bei einem Galadinner statt. Nawrocki schloss ein weiteres Gespräch mit Selenskyj nicht aus und betonte: „Es scheint mir natürlich, dass Nachbarländer, die Russland als gemeinsamen Feind haben, im Dialog miteinander bleiben sollten – unabhängig von gewissen bilateralen Spannungen.“ Selenskyj, der sonst über jede Gipfel-Begegnung in sozialen Netzwerken berichtet, äußerte sich nicht. Der Konflikt war eskaliert, nachdem Selenskyj die umstrittene ukrainische Partisaneneinheit UPA geehrt hatte, die für Massaker an Polen im Zweiten Weltkrieg verantwortlich ist. Nawrocki hatte daraufhin Selenskyj den höchsten polnischen Orden aberkannt.

Merz: Russland hat „keine Chance“ auf Sieg in der Ukraine

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bekräftigte die Unterstützung der Nato-Mitgliedsländer für die Ukraine. Vor Beginn der Beratungen erklärte er: „Wir werden der Ukraine weiter helfen.“ Eine Initiative zur Unterstützung Kyjiws mit einem Volumen von 70 Milliarden Euro sei auf den Weg gebracht worden. Russland habe „keine Chance, diesen Krieg zu gewinnen“ und „keine Chance, die Kriegsziele zu erreichen“. Zur geforderten stärkeren Übernahme von Verteidigungsaufgaben durch die Europäer sagte Merz, das Bündnis solle in Ankara „europäischer“ gemacht werden, damit es „transatlantisch bleiben kann“. Von dem Gipfel müsse „ein neuer Geist“ für die Nato ausgehen.

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Russische Anwerber suchen über Telegram Saboteure in EU-Staaten

Ein russisches Netzwerk von Anwerbern, das zuvor über Telegram Personen für Sabotageakte in der Ukraine rekrutierte, hat seine Aktivitäten offenbar auf Länder der Europäischen Union ausgeweitet. Das geht aus einer Recherche des unabhängigen russischsprachigen Exilmediums „Vot Tak“ hervor. Den angeworbenen Personen wurden Geldbeträge für Brandanschläge auf Fahrzeuge mit ukrainischen Kennzeichen, Nato-Militärtechnik, kritische Infrastruktur sowie Einrichtungen ukrainischer Organisationen angeboten. Aufträge wurden in Polen, Litauen, Lettland und Tschechien angeboten. Für den Brandanschlag auf ein Nato-Fahrzeug in Litauen wurden 1500 US-Dollar versprochen, für Angriffe auf ukrainische Einrichtungen in Polen oder das Büro des ukrainischen Dachverbands „Vitsche“ in Riga bis zu 3000 US-Dollar. Allein am 12. Mai registrierten die Reporter rund 10.000 nahezu identische Anzeigen, die auf einen Anwerber mit dem Pseudonym „Jan Pol“ verwiesen. Seit Anfang 2026 wurden mehr als 20 Millionen entsprechende Anzeigen über Telegram verbreitet.

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Ukrainische Drohnentruppen melden Treffer gegen neun russische Tanker im Asowschen Meer

Der Kommandeur der ukrainischen Streitkräfte für unbemannte Systeme (SBS), Robert Brovdi („Madjar“), teilte mit, dass ukrainische Einheiten in der Nacht auf Mittwoch neun Tanker der sogenannten russischen Schattenflotte im Asowschen Meer getroffen haben. An der Operation waren die 414. selbstständige Brigade „Madjars Vögel“, das 413. selbstständige Regiment „Reid“ sowie das 1. selbstständige Zentrum der SBS beteiligt. Innerhalb der vergangenen 72 Stunden wurden insgesamt 21 Schiffe der russischen Schattenflotte sowie ein Frachtschiff und eine Fähre im Raum Kertsch getroffen. Zudem griffen ukrainische Drohnen 53 militärische Ziele auf der besetzten Halbinsel Krim und im Süden der vorübergehend von Russland besetzten ukrainischen Gebiete an. Brovdi erklärte, dass im Rahmen einer Operation weitere sechs Umspannwerke getroffen worden seien, womit die Zahl der seit dem 1. Juli ausgeschalteten Energieknoten auf 50 gestiegen sei.

Ukrainische Drohnen greifen Ölanlage in Ufa an

Ukrainische Langstreckendrohnen haben am Mittwochmorgen eine Ölanlage in der russischen Stadt Ufa angegriffen. Videos und Fotos des Großbrandes wurden über Telegram verbreitet. Anwohner filmten den Überflug einer ukrainischen Langstreckendrohne vom Typ „Ljutyj“. Die Drohnen legten mehr als 1400 Kilometer bis zu ihrem Ziel zurück. Welches Objekt genau getroffen wurde, ist nicht offiziell bestätigt. Es könnte sich entweder um eine Anlage des Ölraffineriekomplexes von Ufa oder um die Pump- und Verteilerstation „Tscherkassy“ des Pipelinebetreibers Transneft Ural handeln. Der Raffineriekomplex von Ufa zählt zu den größten Ölverarbeitungszentren Russlands und versorgt sowohl den zivilen Markt als auch den russischen militärisch-industriellen Komplex mit Kraftstoffen.

Ukrainische Drohnen treffen Militärflugplatz in Borissoglebsk

In der Nacht auf Mittwoch haben ukrainische Drohnen den russischen Militärflugplatz Borissoglebsk in der Region Woronesch angegriffen. Auf dem Gelände des Luftwaffenstützpunkts brach ein Feuer aus, das später vom Satellitendienst NASA FIRMS registriert wurde. Der Flugplatz galt vor dem Krieg als einer der wichtigsten Standorte der russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte. Dort sind das 783. Ausbildungszentrum der Luftwaffe sowie Einheiten der 105. Gemischten Fliegerdivision stationiert, die mit Kampfjets vom Typ Su-34, Su-35 und Su-30SM ausgerüstet sind. Die Basis dient als temporärer Standort für Betankung und Bewaffnung russischer Kampfflugzeuge vor Einsätzen gegen die Ukraine.

Zwei russische Raffinerien brennen nach Drohnenangriffen

Die ukrainische Armee hat Russland erneut mit Drohnenangriffen bis tief ins Hinterland überzogen. In den Raffinerien von Saratow und Nischnekamsk brachen Brände aus. In Saratow wurde nach Angaben von Gouverneur Roman Bussargin ein Mann getötet. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, bis zum Morgen seien über russischem Gebiet 415 feindliche Drohnen abgefangen worden. Ein Brand wurde auch von einem Militärflugplatz im Gebiet Woronesch gemeldet.

Pistorius: Verhandlungen mit USA über Kauf von Tomahawk-Raketen

Verteidigungsminister Boris Pistorius sagte im Deutschlandfunk, Deutschland führe produktive Gespräche mit den USA über den Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern. Er sei optimistisch, dass der Kauf zustande kommen könne. Die Verhandlungen kämen voran, es gebe jedoch noch keine Ergebnisse.

Kyjiw von Explosionsserie erschüttert

Kyjiw wurde am Mittwochmorgen von einer Serie von Explosionen erschüttert. Die erste heftige Explosion erfolgte noch vor Ertönen der Luftschutzsirenen. Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb: „Der Feind greift die Hauptstadt mit ballistischen Raketen an. Bleiben Sie in den Schutzräumen.“ Mehrere Lagerhallen und ein weiteres Gebäude gerieten in Brand. Die Ukraine benötigt dringend Nachschub für ihre Luftabwehr. Präsident Selenskyj forderte vor dem Nato-Gipfel in Ankara „mehr Entschlossenheit“ bei der Versorgung seines Landes.