Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat in einem Interview mit dem Sender Al Arabiya überraschend für einen Kompromiss im Ukraine-Krieg geworben. Dabei warnte er vor einer weiteren Eskalation und entschuldigte sich beim ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
Lukaschenko: Kein militärischer Sieg möglich
Lukaschenko betonte, dass ein Sieg auf dem Schlachtfeld weder für Russland noch für die Ukraine realistisch sei. Man müsse alle Hebel in Bewegung setzen, um durch Kompromisse eine Einigung zu erzielen. Sollte dies nicht gelingen, drohe eine Eskalation und eine noch schwerwiegendere Situation als derzeit. Der belarussische Präsident machte deutlich, dass es keine militärische Lösung für den Konflikt gebe.
Truppenmangel auf beiden Seiten
Laut Reuters zitierte Lukaschenko beide Kriegsparteien mit einem Mangel an Soldaten. „Auch die Russen spüren diesen Mangel. Vielleicht nicht so ausgeprägt wie in der Ukraine, aber er ist da. Und genau das ist das Hauptproblem dieses Konflikts – ihnen gehen die Leute aus“, sagte er. Der Truppenmangel sei ein zentrales Problem des Krieges.
Entschuldigung bei Selenskyj
Der belarussische Langzeitherrscher, der als enger Verbündeter von Kremlchef Wladimir Putin gilt, entschuldigte sich in dem Interview bei Selenskyj. „Falls sich Wolodymyr Oleksandrowytsch beleidigt gefühlt hat, entschuldige ich mich bei ihm für diese Worte“, zitierte ihn das Portal „Kyiv Independent“. Angesichts des andauernden Krieges habe er möglicherweise auf Drohungen aus der Ukraine zu hart reagiert.
Keine Gefahr von Belarus
Lukaschenko bekräftigte, dass von Belarus selbst keine Gefahr für die Ukraine ausgehe. „Absolut nichts zu befürchten. Absolut nichts. Sie wissen es, die Soldaten wissen es. Die Menschen in der Ukraine wissen es.“ Dies betonte er trotz der Stationierung russischer Atomwaffen in Belarus, die er nach dem russischen Angriff 2022 erlaubt hatte.



