Fünf Jahre nach dem Ende ihrer Kanzlerschaft wird Angela Merkel (71, CDU) in der Ahnengalerie des Kanzleramts verewigt. Das Porträt des französisch-deutsch-kanadischen Künstlers Jérémie Queyras (28) wird ab Dienstag zunächst im Bode-Museum in Berlin ausgestellt, bevor es voraussichtlich im Oktober ins Kanzleramt umzieht. Erste Skizzen und Entwürfe geben nun einen Einblick in die Arbeit des Künstlers.
Merkel verzichtete auf ihre ikonische Raute
Laut einem Bericht der „Zeit“ ließ sich Merkel mit der Wahl des Künstlers Zeit. Queyras, der in London und Paris studierte und heute in Berlin lebt, hatte 2022 bei ihr angefragt. Merkel zögerte zunächst und sagte erst nach einem persönlichen Treffen im Juni 2025 zu. Auf den ersten Skizzen in Grafit und Kohle auf Papier ist unter anderem die berühmte „Merkel-Raute“ zu sehen – doch das finale Porträt zeigt diese Geste nicht. „Da waren sich Modell und Künstler schnell einig“, berichtet die „Zeit“. Stattdessen entschieden sich Merkel und Queyras für einen blauen Blazer und eine Bernsteinkette, in der sich die Sonne fängt.
Werdegang des Künstlers
Jérémie Queyras, der 2023 einen Master of Fine Art in Transdisciplinary New Media am Paris College of Art erwarb, ist für seine Öl- und Porträtmalerei sowie Performancekunst bekannt. Seine Werke wurden international ausgestellt, unter anderem in London, Paris, New York, Shanghai, Basel, Barcelona und Wien. Fotos vom endgültigen Porträt werden erst zur feierlichen Enthüllung im Bode-Museum veröffentlicht.
Merkel wird Teil der Ahnengalerie
Nach der Ausstellung im Bode-Museum soll das Gemälde frühestens im Oktober ins Kanzleramt einziehen. Auf die Frage, wie es sich anfühle, bald Teil der Ahnengalerie zu sein, antwortete Merkel der „Zeit“: „Es ist komisch, wenn man langsam Geschichte wird.“ Sie versuche, es mit Gleichmut zu nehmen: „Da häng ich dann eben.“
Bislang sieben Altkanzler im Kanzleramt
Derzeit hängen im Kanzleramt Porträts von sieben Altkanzlern: Konrad Adenauer (gemalt von Hans Jürgen Kallmann), Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger, Willy Brandt (zwei Gemälde, eines von Oswald Petersen, das andere von Georg Meistermann wurde 1985 entfernt), Helmut Schmidt, Helmut Kohl und Gerhard Schröder (gemalt von Jörg Immendorff). Merkels Nachfolger Olaf Scholz (68, SPD) hat noch keinen Künstler beauftragt; ein Porträt ist bisher nicht in Sicht.



