Nato-Gipfel in Ankara: Trump reist verstimmt an – Verbündete besorgt
Nato-Gipfel in Ankara: Trump reist verstimmt an

US-Präsident Donald Trump ist einem Bericht des US-Senders CNN zufolge verstimmt zum Nato-Gipfel in Ankara gereist. Die übrigen Nato-Länder stellen sich auf ein schwieriges Treffen ein. Trumps Skepsis gegenüber der Allianz habe sich in den vergangenen zwölf Monaten noch vergrößert, so der Bericht.

Gründe für Trumps Unmut: Iran-Konflikt und Finanzierungsstreit

Als ein Hauptgrund für Trumps schlechte Laune gilt die fehlende Bereitschaft der Nato-Mitgliedsstaaten, sich am amerikanisch-israelischen Angriff auf den Iran zu beteiligen. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump kürzlich: „Es ist lächerlich, dass die USA diesen einseitigen Kurs weiterverfolgen, obwohl die Beziehung nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Sie waren nicht für uns da!!!“

Zudem wirft Trump den Verbündeten vor, sich nicht ausreichend an der Finanzierung des Bündnisses zu beteiligen und zu wenig Geld für die eigene Verteidigung auszugeben. Der Nato entzog er zuletzt wichtige militärische Fähigkeiten.

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Grönland-Drohungen und Erdoğan-Freundschaft

Auch die Drohungen Trumps gegen Grönland, das zum Nato-Partner Dänemark gehört, trugen laut CNN zu den Spannungen vor dem Gipfel bei. Trump nimmt eigenen Angaben zufolge nur widerwillig teil. Bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte im vergangenen Monat sagte Trump, er nehme nur teil, weil der Gipfel vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan ausgerichtet werde. Der US-Präsident sieht Erdoğan als seinen Freund an.

Einer mit dem Vorgang vertrauten Quelle zufolge wurde Trump und seinem Team vermittelt, dass ein Fernbleiben respektlos gegenüber Erdoğan wäre. Rutte hatte sich bei seinem Besuch im Weißen Haus Mühe gegeben, die Wogen zu glätten.

Befürchtungen vor Wutausbrüchen und kurzes Abschlussdokument

Regierungsvertreter äußerten in Gesprächen die Befürchtung, dass der Gipfel angesichts der schlechten Laune des Präsidenten möglicherweise nicht reibungslos verlaufen würde. Die ehemalige Nato-Sprecherin Oana Lungescu sagte dem britischen „Guardian“: „Keine Wutausbrüche von Präsident Trump“ seien schon ein Indikator für einen positiv verlaufenden Gipfel. Dazu gehöre „eine Bekräftigung der Einheit des Bündnisses“. Sie erwarte, dass das gemeinsame Abschlussdokument des Treffens kurz ausfallen werde.

Ankunft in Ankara: Trump mit neuer Air Force One

Am frühen Dienstagnachmittag (Ortszeit) landete Trump mit seiner neuen Air Force One in Ankara. Den Jumbojet hatte er vergangenes Jahr als Geschenk vom Golfemirat Katar angenommen – nun nutzte er ihn erstmals für eine Auslandsreise. Nach der Landung erzählte er stolz der Übersetzerin des türkischen Präsidenten Erdoğan davon.

Erdoğan empfing Trump direkt auf dem Flugplatz Etimesgut, auf dem ein Nato-blauer Teppich ausgerollt war. Soldaten waren zu Ehren Trumps angetreten. Trump wandte sich an die Soldaten mit dem Gruß „Hallo Soldat“ auf Türkisch. Dies ist in der Türkei Teil des üblichen Protokolls bei Besuchen ausländischer Gäste, die mit militärischen Ehren begrüßt werden. Die Soldaten antworteten mit einem lauten „Danke“.

Begleitet wird Trump bei dem Gipfel unter anderem von Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth und Finanzminister Scott Bessent.

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