Obama Presidential Center in Chicago eröffnet: Monument der Hoffnung
Obama Presidential Center: Monument der Hoffnung in Chicago

Obama Presidential Center in Chicago: Ein Monument der Hoffnung

In Chicago eröffnet das lang erwartete Obama Presidential Center. Der 69 Meter hohe, kantige Turm aus hellem, rauem Stein ist kein klassisches Präsidentenmuseum mit Säulengängen und Ehrfurcht, sondern ein Gebäude, das Erinnerungen als Überzeugungen weitertragen soll. Das offizielle Motto lautet: „Hoffnung hat ein Zuhause.“

Fünf Jahre Bauzeit und 850 Millionen Dollar Kosten

Am 19. Juni, dem Juneteenth-Feiertag, öffnet das Zentrum nach fast fünf Jahren Bauzeit für die Öffentlichkeit. Einen Tag zuvor feiern geladene Gäste wie Bruce Springsteen, Stevie Wonder, Jennifer Hudson und John Legend die Widmung. Das Projekt kostete 850 Millionen Dollar, privat finanziert von der Obama-Stiftung – ursprünglich waren 350 Millionen veranschlagt. Der Campus umfasst fast 80.000 Quadratmeter. Das Museum erwartet rund 600.000 Besucher jährlich, die Freiflächen bis zu einer Million. Der Eintritt beträgt 30 Dollar, mehr als in jeder anderen Präsidentenbibliothek, aber sozial gestaffelt.

Ein Ort der Inspiration und Verbindung

Die Stiftung betont, der Ort solle Menschen „inspirieren, stärken und verbinden“. Fast alle Außenbereiche sind frei zugänglich: Rasen, Garten, Spielplatz, ein Basketballplatz und eine neue Bibliothek. Im Museum beginnt die Reise nicht mit der Präsidentschaft, sondern mit Obamas Jugend in Honolulu, Jakarta und Chicago. Stationen zeigen Michelle Robinson, Community Organizing, Kirchenräume und den Wahlkampf von 2008. Der Slogan „Yes, we can“ ist kein Relikt, sondern ein vibrierender Sound.

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Historische Momente und private Einblicke

Das Museum zeigt Obamas Präsidentschaft mit Meilensteinen wie der Gesundheitsreform, der Finanzkrise, der Tötung Bin Ladens, Sandy Hook, der gleichgeschlechtlichen Ehe, dem Pariser Klimaabkommen und Selma. Ein Gänsehaut-Moment entsteht, als Obama 2015 in Charleston „Amazing Grace“ anstimmt. Kritische Themen wie Drohnenkrieg, Deportationen und Ferguson werden nicht ausgespart, aber der Grundton bleibt: Demokratie ist reparierbar. Ein privater Raum zeigt die Nachbildung des Oval Office, wo Besucher hinter dem Resolute Desk Platz nehmen dürfen. Michelle Obamas Kleider und ihr Garten erinnern an ihre Gesundes-Essen-Kampagne.

Architektur und Kontroversen

Der Turm, entworfen von Tod Williams und Billie Tsien, wirkt wie ein riesiger Felsbrocken. Manche Kritiker nennen ihn bunkerhaft, aber im Sonnenlicht gewinnt er. Kunstwerke von Julie Mehretu, Mark Bradford, Maya Lin und anderen machen den Campus zu einem Kunstparcours. Der Standort war umstritten wegen Gentrifizierungsängsten und der Nutzung öffentlichen Parklands. Dennoch ist das Zentrum ein Gegenentwurf zu Trumps Amerika: Obama, der beliebteste Ex-Präsident laut Gallup, bietet mit diesem Haus ein Zeichen der Hoffnung. „Das ist ein Zeichen, dass ich zähle – und dass ich die Welt verändern kann“, sagte Obama. Der Turm wirkt wie ein großes Ausrufezeichen: Yes, we can!

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