Russisches Kriegsschiff feuert Warnschüsse im Ärmelkanal ab
Russisches Kriegsschiff feuert Warnschüsse ab

Zwischenfall im Ärmelkanal: Russische Fregatte feuert Warnschüsse ab

Ein Vorfall im Ärmelkanal sorgt für Unruhe in Großbritannien. Die russische Fregatte „Admiral Grigorowitsch“ gab Warnschüsse auf eine britische Yacht ab. Premierminister Keir Starmer bezeichnete das Verhalten als „zutiefst besorgniserregend“ und „unverantwortlich“.

Der Vorfall aus Sicht der Betroffenen

Jane Kelvey, die mit ihrem Mann auf der Yacht unterwegs war, berichtete der BBC, dass sie gegen 11 Uhr morgens das Kriegsschiff gesichtet hätten. Als sie sich bis auf etwa 500 Meter genähert hatten, ertönte das Horn der Fregatte fünfmal zur Warnung. Sie änderten den Kurs, um zu zeigen, dass sie das Schiff bemerkt hatten. „Etwa eine Minute später bliesen sie ihr Horn erneut, und kurz darauf schossen sie vier oder fünf Mal mit einer kleinkalibrigen Schusswaffe in die Luft“, so Kelvey.

Reaktionen aus London und Moskau

Premierminister Keir Starmer äußerte sich am Mittwoch besorgt über den Vorfall. Das britische Verteidigungsministerium sprach von einem „höchst ungewöhnlichen“ Zwischenfall. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte die Warnschüsse und erklärte, die Yacht sei dem Kriegsschiff gefährlich nahe gekommen. Der Kapitän habe vergeblich versucht, die Yacht per Funk und Leuchtsignalen zu warnen, bevor er Warnschüsse abfeuern ließ. Das britische Verteidigungsministerium stellte später klar, dass die Schüsse darauf abzielten, eine Kollision zu vermeiden.

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Hintergrund: Zunehmende Spannungen

Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen Russland und Großbritannien. Erst am Sonntag hatte das britische Militär im Ärmelkanal den russischen Öltanker „Smyrtos“ abgefangen. Ein Kommando der Royal Marines, unterstützt von der Royal Air Force und der National Crime Agency, landete auf dem Schiff. Die „Smyrtos“ gehört nach Angaben der britischen Regierung zur russischen Schattenflotte, mit der Russland Sanktionen der G7 und der EU umgeht. Der Kapitän, ein 38-jähriger Inder, wurde am Dienstag in Southampton wegen Verstoßes gegen Sanktionen angeklagt.

Auswirkungen der Beschlagnahmung

Es war das erste Mal, dass Großbritannien ein Schiff der russischen Schattenflotte beschlagnahmte. Die Operation zeigte offenbar Wirkung: Sechs weitere Tanker, die ebenfalls den Ärmelkanal durchqueren wollten, änderten am Sonntag ihren Kurs. Für Premierminister Starmer kommt der Einsatz zu einem günstigen Zeitpunkt, da er wegen seiner Verteidigungspolitik unter Druck steht. „Die erfolgreiche Operation ist ein weiterer Schlag gegen Russland“, sagte Starmer. „Wir werden nicht zulassen, dass jene, die Putins Krieg in der Ukraine anheizen, sich verstecken können.“

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