Der EU-Gipfel nimmt eine peinliche Wende. Gerade jetzt, da Donald Trump die Autorität der USA aushöhlt, bräuchten Europa und die Welt eine starke und einige EU. Stattdessen liefern sich die Staats- und Regierungschefs einen peinlichen Streit darüber, wer für Europa mit Wladimir Putin reden soll.
Wer soll für Europa mit Putin reden?
Die Frage klingt einfach, doch die Antwort ist komplex. Zu viele würden gerne einen Frieden in der Ukraine vermitteln. Nur: Worüber wollen sie eigentlich verhandeln mit einem Kremlchef, der gar keine Kompromisse will und jedes Abkommen bricht? Ein Kommentar von Christoph von Marschall.
Derzeit niemand! Diese Antwort mag ernüchtern, aber sie entspricht der Realität. Putin hat in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass er Abmachungen nicht einhält. Die Minsker Vereinbarungen sind ein Paradebeispiel. Warum sollte es diesmal anders sein?
Die Rolle der EU in der Ukraine-Krise
Die EU steht vor einem Dilemma. Einerseits will sie Geschlossenheit zeigen, andererseits drängen einzelne Mitgliedsstaaten auf eine eigene Vermittlerrolle. Frankreichs Präsident Macron und der ungarische Premier Orban haben bereits Gespräche mit Putin geführt, doch ohne greifbare Ergebnisse.
Der Streit beim Gipfel offenbart tiefe Gräben. Während die einen auf Dialog setzen, fordern andere eine harte Linie. Doch ohne eine gemeinsame Strategie bleibt die EU schwach. Die Welt braucht eine starke EU, aber derzeit zeigt sie sich zerstritten.
Putin profitiert von dieser Uneinigkeit. Er kann die EU-Mitglieder gegeneinander ausspielen und seine Position stärken. Einigkeit wäre die einzige Waffe, doch sie ist in weiter Ferne.
Der Kommentar von Christoph von Marschall macht deutlich: Es ist peinlich, dass die EU sich nicht einmal auf einen Vermittler einigen kann. Solange Putin keine Kompromisse will, ist jeder Vermittlungsversuch zum Scheitern verurteilt. Die EU sollte sich auf ihre Stärken besinnen: wirtschaftliche Sanktionen und diplomatische Geschlossenheit. Nur so kann sie Putin in die Schranken weisen.



