Ein einziger, vage formulierter Satz im neuen Iran-Abkommen hat eine militärische Eskalation ausgelöst. Punkt 5 des 14-Punkte-Memorandums (MOU) räumte Teheran eine führende Rolle bei der Öffnung der Straße von Hormus ein. Das Mullah-Regime sollte gemeinsam mit dem Oman die sichere Durchfahrt von Frachtern und Tankern gewährleisten, Seeminen beseitigen und langfristig über die Verwaltung der strategischen Wasserstraße verhandeln.
Iran nutzt schwammige Formulierung aus
Die von US-Präsident Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und Krisen-Beauftragtem Steve Witkoff ausgehandelte Formulierung blieb jedoch interpretierbar. Teheran legte sie als Zuerkennung der Hoheit über die Passage aus. In der Folge griff das Regime militärisch eine neue Alternativroute nahe der omanischen Küste an: Drei Schiffe wurden attackiert. Iran besteht darauf, dass kommerzielle Schiffe weiter nördlich entlang seiner Küste fahren – unter iranischer Kontrolle.
Trump reagiert mit massiven Luftschlägen
US-Präsident Donald Trump reagierte wütend. In zwei Nächten ordnete er Angriffe auf rund 170 iranische Ziele an. Laut US-Medien tobte er und bezeichnete die Iraner öffentlich als „Abschaum“. Die Folge: Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus brach massiv ein. Laut der Marinefirma Kpler sank die Zahl der Durchfahrten am Mittwoch von einigen Dutzend auf nur 23 Schiffe, am Donnerstagmorgen waren es lediglich zwei.
Ölpreis könnte auf 120 Dollar steigen
Die unklare Formulierung und Irans Ausnutzung erbost Trump besonders, da steigende Ölpreise innenpolitischen Druck erzeugen. Eine schnelle Einigung sei nicht in Sicht – beide Seiten befänden sich „auf verschiedenen Planeten“, zitierte das „Wall Street Journal“ US-Diplomaten. Teheran fordert Gebühren und Kontrolle, die USA und verbündete Golfstaaten beharren auf freier Durchfahrt.
Die US-Marine half zuletzt Schiffen bei der südlichen Route: Sie fuhren mit ausgeschalteten AIS-Trackern, aber geheimem Funkkontakt. So wurden zeitweise bis zu 9,5 Millionen Barrel Öl pro Tag transportiert – fast die Hälfte der früheren Menge. Nun ist die Route wieder blockiert. Öl-Experte Andrew Lipow warnt: „Sollte das länger dauern, könnte der Ölpreis auf 120 Dollar pro Barrel schießen. Benzin, Diesel, Kerosin – alles würde teurer, auch in Europa!“



