Kolumbien: Rechtspopulist De la Espriella gewinnt Präsidentschaftswahl
Rechtspopulist De la Espriella gewinnt Wahl in Kolumbien

Abelardo De la Espriella hat die Präsidentschaftswahl in Kolumbien laut vorläufigen Ergebnissen der Wahlbehörde mit 49,6 Prozent der Stimmen gewonnen. Er erhielt rund 250.000 Stimmen mehr als sein linker Kontrahent Iván Cepeda. Der rechte Hardliner, der bereits als Teenager durch Tierquälerei auffiel, verspricht einen radikalen Kurswechsel.

Frühere Tierquälerei sorgt für Empörung

In mehreren Fernsehinterviews vor Jahren erzählte De la Espriella schmunzelnd, wie er als Jugendlicher Feuerwerkskörper an drei Straßenkatzen band und anzündete. Die Tiere „flogen ein Stück weit“ und überlebten das Experiment nicht. Diese Enthüllungen sorgten landesweit für Empörung, doch sein Wahlkampfteam spielte die Vorfälle als Jugendstreiche herunter.

Wahlprogramm: Staatsabbau und Megagefängnisse

De la Espriella orientiert sich an internationalen Vorbildern: Er will den Staat radikal verkleinern, ähnlich wie Argentiniens Präsident Javier Milei. Zudem plant er den Bau von Megagefängnissen nach dem Vorbild El Salvadors unter Nayib Bukele. In der Außenpolitik strebt er eine enge Zusammenarbeit mit dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump an. „Wir werden Korruption und Kriminalität mit harter Hand bekämpfen“, erklärte er auf einer Wahlkampfveranstaltung.

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Wirtschaftliche Schocktherapie geplant

Ökonomen warnen vor den Folgen seiner geplanten Wirtschaftspolitik. De la Espriella kündigte an, Subventionen zu streichen und Staatsausgaben drastisch zu kürzen. „Kolumbien braucht eine Schocktherapie, um aus der Krise zu kommen“, sagte er. Kritiker befürchten soziale Unruhen.

Internationale Reaktionen verhalten

Die USA und die EU haben sich bislang zurückhaltend geäußert. Menschenrechtsorganisationen zeigen sich besorgt über De la Espriellas autoritäre Tendenzen. „Seine Pläne für Megagefängnisse erinnern an die schweren Menschenrechtsverletzungen in El Salvador“, so Amnesty International.

Wahlsieg trotz polarisierender Persönlichkeit

Der 45-jährige Rechtsanwalt und ehemalige Senator profitierte von einer wachsenden Unzufriedenheit mit der bisherigen Regierung. Seine Anhänger feierten den Sieg auf den Straßen Bogotás. Die endgültige Auszählung wird in den kommenden Tagen erwartet. De la Espriella kündigte an, sein Amt am 7. August anzutreten.

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