Gastkommentar: Rente mit 70 – früher handeln statt Belastungen
Rente mit 70: Früher handeln statt Belastungen

Die Unternehmerinnen Laura und Carla Sasse, Nachfolgerinnen eines Familienunternehmens, appellieren in einem Gastkommentar an die Politik: Die einzige Lösung für die Rentenkrise sei eine Rente mit 70 – und zwar viel früher als geplant. Der Regierung fehle der Mut, die Lebensarbeitszeit schneller anzuheben. Dies wäre besser als immer neue Belastungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Generation in der Verantwortung

„Wir gehören zu einer Generation, die Unternehmen nicht erben wird, sondern bereits Verantwortung übernommen hat“, schreiben die Schwestern. Als Nachfolgerinnen eines Familienunternehmens wissen sie, wie viel Energie es verlangt, Fachkräfte zu finden, wie viel Mut, Investitionen zu finanzieren, und wie viel Agilität, um unter immer höheren regulatorischen Belastungen wettbewerbsfähig zu bleiben. Keine dieser drei Eigenschaften hätten sie bisher in der aktuellen Rentendebatte erkennen dürfen.

Dabei sei klar: Es gehe schon lange nicht mehr darum, ob Reformen notwendig sind, sondern ob der Mut vorhanden sei, sie rechtzeitig umzusetzen. Dass die Regierung jetzt die Empfehlungen ihres Expertenrats unverfälscht annehme, sei ein Signal in die richtige Richtung.

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Höhere Beiträge und Umlagen

Dennoch bedeuten die Vorschläge für Arbeitgeber und Selbstständige höhere Beiträge, neue Umlagen und zusätzliche Belastungen – als wäre deren Beitrag nicht schon hoch genug. Die Generation, die nun in Rente gehe, habe bei ihrer Geburt noch darauf vertrauen können, dass für jeden Rentner fast sechs Beitragszahler die Verantwortung für dessen Altersvorsorge übernahmen. Heute sei das Verhältnis weit ungünstiger.

Die Unternehmerinnen fordern daher eine mutige und zügige Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70. Nur so könnten die Sozialsysteme langfristig stabilisiert werden, ohne die junge Generation und die Wirtschaft übermäßig zu belasten. Die Politik müsse jetzt handeln, bevor die demografische Entwicklung jede Reform noch schwieriger mache.

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