CDU-Außenpolitiker Röttgen warnt vor verheerendem Kriegsausgang im Iran
Der erfahrene Unions-Fraktionsvize Norbert Röttgen (60) hat sich in einem aktuellen Podcast-Interview zu den brisantesten Fragen des anhaltenden Iran-Konflikts geäußert. Der CDU-Politiker positioniert sich dabei klar gegen die von verschiedenen Seiten geäußerte Kritik an den amerikanisch-israelischen Militärschlägen und mahnt eindringlich vor deren vorzeitigem Abbruch.
Ziele der Militäroperation und mögliche Folgen
Röttgen benennt zwei zentrale Ziele, die aus seiner Sicht unbedingt erreicht werden müssen. Erstens müsse das hochangereicherte Uran, über das der Iran verfüge, aus dem Land geschafft werden, sollte das Regime die Angriffe überstehen. Andernfalls drohe eine noch aggressivere Haltung der Mullahs nach Kriegsende. Zweitens dürfe Teheran nicht die Kontrolle über die strategisch vitale Straße von Hormus erlangen.
„Wenn das Regime irgendwie überlebt, schwer beschädigt, aber noch waffenfähiges Uran besäße und der Welt bewiesen hätte: 'Wir entscheiden über die Weltwirtschaft' – dann wäre das Ergebnis nach dem Krieg schlechter als der Status Quo vorher“, so Röttgens düstere Prognose. Dies bezeichnet er als die schlechteste aller denkbaren Varianten.
Gefahr eines vorzeitigen Kriegsendes
Dem weitverbreiteten Wunsch nach einem schnellen Ende der Kampfhandlungen erteilt der Außenpolitiker eine klare Absage. Ein Abbruch der Operationen, ohne die gesetzten Ziele erreicht zu haben, würde das Regime sogar stärken. „Das Worst-Case-Ergebnis wäre genau das. Dann aufzuhören, wenn man feststellt, man erreicht die Ziele nicht und der Gegner ist gestärkt“, warnt Röttgen.
Seine Befürchtung: Ein überlebendes Regime würde aus den Kriegserfahrungen lernen und mit noch größerer Entschlossenheit sein Atomwaffenprogramm vorantreiben, womöglich mit Unterstützung von Russland und China. Es bliebe eine dauerhafte Bedrohung für den regionalen Frieden und setzte seine Unterdrückungspolitik fort.
Möglichkeit eines Regime-Sturzes wird diskutiert
Obwohl viele Experten einen Sturz des iranischen Regimes für unwahrscheinlich halten, sieht Röttgen durchaus Anzeichen dafür. Er zitiert die Philosophin Hannah Arendt, die Revolutionen als unmöglich beschrieb, bevor sie tatsächlich geschehen. „Ich weiß nur, dass dieses Regime am Ende ist. Ich weiß, dass es so geschwächt ist, wie seit 47 Jahren nicht mehr. Dass das Volk es loswerden will“, analysiert der Politiker. Die Aussichten für die Herrschaft in Teheran seien so schlecht wie nie zuvor.
Bisherige militärische Erfolge
Röttgen weist auch auf die bereits erzielten Erfolge der US-amerikanischen und israelischen Streitkräfte hin. Demnach seien erhebliche Teile der militärischen Infrastruktur des Irans zerstört oder schwer beschädigt worden. Dazu zählten:
- Raketenbestände und Abschussrampen
- Terroreinrichtungen
- Marine- und Luftwaffenkapazitäten
- Luftverteidigungssysteme
- Führungspersonal in Schlüsselpositionen
Diese Schwächung der militärischen Fähigkeiten stellt aus Röttgens Sicht einen wesentlichen Faktor dar, der die aktuelle Lage und mögliche Zukunftsszenarien entscheidend prägt.



