Polen: Russischer Geheimdienst nach Mord an Künstler Semjon Skrepezki verdächtigt
Russischer Geheimdienst nach Künstlermord in Polen verdächtigt

Mord an russischem Künstler in Polen: Geheimdienst im Verdacht

Der russische Künstler Semjon Skrepezki, der seit fünf Jahren im polnischen Exil lebte, wurde am Montag in der ostpolnischen Kleinstadt Biala Podlaska aus nächster Nähe erschossen. Die polnischen Behörden haben einen Verdächtigen mit georgischem Pass festgenommen. Hinter der Tat könnte der russische Geheimdienst stecken.

Skrepezki, der mit bürgerlichem Namen Robert Kusokow hieß, war bekannt für seine derbe Kritik am Kreml und am russischen Nationalismus. In seinen surrealen Bildern stellte er Wladimir Putin und Ramsan Kadyrow lächerlich dar, oft mit vulgären Motiven. Kurz vor seinem Tod erhielt er eine Drohnachricht, in der ihm persönliche Rache durch Kadyrow angedroht wurde.

Parallelen zum Tiergarten-Mord

Der Mord weist Parallelen zum sogenannten Tiergarten-Mord in Berlin aus dem Jahr 2019 auf, bei dem ein tschetschenischer Separatist getötet wurde. Auch in Großbritannien gab es 2018 einen Giftanschlag auf den Ex-Agenten Sergei Skripal. Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Pina Picierno, forderte besseren Schutz für Dissidenten.

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Skrepezki hatte noch vergangene Woche in Berlin vor der russischen Botschaft protestiert. Er trug eine Militärjacke und stopfte eine russische Flagge in seine Hose, die er dann in einen Mülleimer warf. Er hoffte auf eine Festnahme wegen Verunglimpfung staatlicher Symbole, doch die deutsche Polizei griff nicht ein.

Die polnischen Behörden untersuchen nun die Hintergründe. Der Abgeordnete Przemyslaw Czarnek von der PiS warnte, falls der russische Geheimdienst hinter dem Mord stecke, trete Polen in eine neue Zeit ein. Russland hat bereits mehrfach Gegner auch im Ausland verfolgen lassen.

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