Stephan Anpalagan, ein evangelischer Theologe und Sohn zweier Kriegsflüchtlinge aus Sri Lanka, hat eine bemerkenswerte persönliche Entwicklung durchgemacht. Im Alter von 42 Jahren widerrief er seine frühere Kriegsdienstverweigerung und meldete sich freiwillig zur Reserve der Bundeswehr. In seinem neuen Buch „Für den Frieden“ erläutert er die Beweggründe für diesen tiefgreifenden Wandel.
Hintergrund und Werdegang
Anpalagan wurde 1984 in Jaffna im Norden Sri Lankas geboren, mitten im Bürgerkrieg. Seine tamilische Familie floh noch im selben Jahr nach Deutschland, wo er in Wuppertal aufwuchs. Er studierte evangelische Theologie und arbeitete unter anderem als Personalmanager, bevor er als Journalist und Autor bekannt wurde. Ursprünglich verweigerte er den Wehrdienst aus tiefster Überzeugung, da er Gewalt und Krieg ablehnte.
Die Entscheidung zur Reserve
Mit 42 Jahren änderte er seine Haltung grundlegend. In seinem Buch schreibt er: „Wer seine eigenen Söhne nicht gibt, liefert die Kinder der anderen aus.“ Dieser Satz fasst seine neue Überzeugung zusammen: Frieden müsse aktiv verteidigt werden, nicht nur passiv ersehnt. Anpalagan betont, dass die Bundeswehr eine wichtige Rolle in der Friedenssicherung spiele und dass er als Bürger Verantwortung übernehmen wolle.
Reaktionen und Bedeutung
Sein Schritt hat in der Öffentlichkeit und unter Theologen Diskussionen ausgelöst. Viele sehen darin eine mutige Reflexion über die eigene Haltung zu Krieg und Frieden. Anpalagan selbst hofft, mit seiner Geschichte andere zu ermutigen, ihre Positionen zu überdenken. Sein Buch „Für den Frieden“ ist ein persönlicher Bericht über diesen Prozess und ein Plädoyer für eine aktive Friedenspolitik.



