Trump attackiert Verbündete – Merz überrascht
Beim NATO-Gipfel in Ankara hat US-Präsident Donald Trump die Verbündeten scharf kritisiert. Besonders Spanien und Deutschland bekamen seinen Unmut zu spüren. Friedrich Merz, der am Abend zuvor beim gemeinsamen Dinner noch von einer guten Stimmung ausgegangen war, wurde am nächsten Morgen eines Besseren belehrt. Die positive Atmosphäre war verflogen, wie BILD-Kanzlerkorrespondent Florian Kain im Gespräch mit Thomas Kausch berichtete.
Hintergründe der Eskalation
Der NATO-Gipfel in Ankara sollte eigentlich die Einheit des Bündnisses demonstrieren. Doch Trump nutzte die Gelegenheit, um seine Unzufriedenheit mit den europäischen Partnern öffentlich zu machen. Insbesondere die Verteidigungsausgaben und die Handelsbeziehungen standen im Fokus seiner Kritik. Deutschland, das weiterhin unter dem Zwei-Prozent-Ziel der NATO liegt, traf der Vorwurf besonders hart.
Friedrich Merz, der als Kanzlerkandidat der Union an dem Gipfel teilnahm, hatte sich am Vorabend noch optimistisch gezeigt. Beim Dinner mit den Staats- und Regierungschefs schien die Stimmung entspannt. Doch Trumps morgendliche Attacke belehrte ihn eines anderen. „Trump hat Merz kalt erwischt“, kommentierte Kain die Situation.
Reaktionen aus Deutschland
Die deutsche Delegation reagierte verhalten auf die Vorwürfe. Man wolle die Gespräche in den kommenden Tagen fortsetzen, hieß es. Allerdings zeigte man sich irritiert über die plötzliche Eskalation. „So etwas hatten wir nicht erwartet“, zitierte Kain einen nicht genannten Teilnehmer. Die Kritik Trumps sei inhaltlich nicht neu, aber die Schärfe des Tons überraschte.
Die AfD, die in Umfragen weiterhin stark zulegt, nutzte die Gelegenheit, um die Bundesregierung zu attackieren. „Die Demütigung durch Trump zeigt, wie schwach Deutschland dasteht“, erklärte ein Parteisprecher. Die NATO-Allianz stehe vor einer Zerreißprobe, so die Einschätzung von Experten.
Auswirkungen auf das Bündnis
Der Gipfel in Ankara verdeutlicht die Spannungen innerhalb der NATO. Während die USA auf höhere Verteidigungsausgaben drängen, stemmen sich einige europäische Länder gegen die Forderungen. Die Kritik an Spanien und Deutschland könnte die Debatte weiter anheizen. Beobachter befürchten, dass die Glaubwürdigkeit des Bündnisses leidet, wenn die Führungsnation USA öffentlich ihre Verbündeten angreift.
Kain betonte, dass die Stimmung im Bündnis angespannt sei. „Die Vertrauensbasis bröckelt“, sagte er. Es bleibe abzuwarten, ob die NATO in den kommenden Monaten wieder zu mehr Geschlossenheit finden könne.



