Präsident Donald Trump hat am Sonntag im Regen seine Vision für einen Luxus-Golfplatz im East Potomac Park präsentiert. Begleitet von Innenminister Doug Burgum und Golfplatz-Architekt Tom Fazio besichtigte er den öffentlichen Kurs zwei Meilen südöstlich des Weißen Hauses. Trump sieht dort eine Bühne für sich, die Hauptstadt und sein Lieblingsspiel. „Es wurde festgestellt, dass wir auf diesem fantastischen Gelände, mit Wasser und unvergleichlichen Blicken auf die Monumente Washingtons, einen der großartigsten Golfplätze irgendwo auf der Welt bauen werden“, verkündete er. Die Renovierungsarbeiten sollen am 1. September beginnen, da der Platz nach Jahrzehnten der Vernachlässigung „praktisch unbesiegbar“ sei.
Luxus-Pläne stoßen auf Widerstand
Der Plan stößt auf Kritik und Finanzierungsfragen. Trump verspricht einen Nobel-Kurs, geeignet für die U.S. Open, den Ryder Cup und die PGA Championship. Die geschätzten Kosten betragen 75 Millionen Dollar. Die Finanzierung ist nebulös: Das Weiße Haus spricht von privaten Zuwendungen, Insider befürchten jedoch, dass der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird – wie beim Ballsaal am Weißen Haus. Zudem stehen dem Vorhaben rechtliche, historische, ökologische und räumliche Hürden im Weg.
Klage gegen Golfplatz-Pläne
Die DC Preservation League und zwei Anwohner haben Klage eingereicht. Sie werfen dem Innenministerium und dem National Park Service vor, Umwelt- und Denkmalschutzrecht zu umgehen. Die Organisation spricht von einem Versuch, den Park in einen „exklusiven Luxus-Golfplatz“ umzuwandeln. Geschäftsführerin Rebecca Miller betont: „Er soll öffentlich zugänglich sein, für Menschen aus allen unterschiedlichen Hintergründen. Und wir wollten, dass das so bleibt.“ Ein Bundesgericht hat der Regierung nur einfache Wartungsarbeiten erlaubt. Richterin Ana Reyes warnte in der Anhörung im Mai vor „ernsten Konsequenzen“, falls die Bagger anrollen. Größere Eingriffe, Schließungen, schweres Gerät oder das Fällen von mehr als zehn Bäumen müssen vorher angezeigt werden.
Umweltbedenken und sportliche Zweifel
Auf dem Gelände lagern bereits Erde und Bauschutt aus der abgerissenen Ostflügel-Baustelle des Weißen Hauses. Ein Bericht des National Park Service fand darin Blei, Chrom und andere Schadstoffe oberhalb der Nachweisgrenzen. Auch sportlich ist Trumps Ansage umstritten: Die Austragungsorte der U.S. Open sind auf Jahrzehnte vergeben, die PGA Championship mindestens bis 2035. Lokale Golfer äußern gemischte Gefühle: „Es ist praktisch, es ist bequem und es ist günstig“, sagte ein Golfer dem Sender NBC4. Ein anderer wünscht sich ein Upgrade, aber bezahlbar. Wie das gelingen soll, hat Trump nicht dargelegt.



