Neue Gefechte an der Straße von Hormus
Der von US-Präsident Donald Trump mit großem Pomp verkündete Iran-Deal zeigt bereits nach wenigen Tagen erste Risse. Iranische Kräfte griffen ein Schiff in der Straße von Hormus an, woraufhin die USA mit Vergeltungsschlägen reagierten. Eine echte Waffenruhe sieht anders aus – es herrscht das übliche Trump-Chaos. Wie Amerikaner und Iraner ihre geplanten Verhandlungen über eine dauerhafte Friedenslösung zu einem Erfolg führen wollen, bleibt ein Rätsel.
Säuberungswelle im Pentagon
Parallel zu den militärischen Spannungen sorgt eine Säuberungswelle unter Pentagonchef Pete Hegseth für Unruhe im US-Verteidigungsministerium. Topmilitärs, die dem früheren Fox-News-Moderator nicht in den Kram passen, müssen ihre Posten räumen oder ziehen sich freiwillig zurück. Besonders betroffen ist General Christopher Donahue, Chef der US-Truppen in Europa und Afrika. Der Elite-Soldat befehligte die 82. Luftlandedivision und sicherte den US-Rückzug aus Afghanistan. Der angesehene frühere US-Admiral William McRaven warnt in der Zeitschrift „The Atlantic“ vor einer erheblichen Schwächung der Streitkräfte durch den Abgang zahlreicher Topmilitärs wie Donahue und verlangt von Trump und Hegseth Auskunft über die genauen Gründe. „Es geht um die Zukunft unserer nationalen Sicherheit“, so McRaven.
Neuer Ärger um Digitalsteuer
Kaum haben sich Trump und die EU auf ein neues Handelsabkommen verständigt, zettelt der US-Präsident den nächsten Konflikt an. Es geht um Steuern auf Gewinne großer Techkonzerne, die einige europäische Länder erheben. Frankreich verlangt seit 2019 ab einer bestimmten Grenze eine Abgabe von drei Prozent auf Erlöse aus digitalen Dienstleistungen. Hauptsächlich sind US-Tech-Giganten betroffen, was Trump auf den Plan ruft. Er droht jedem Land, das eine Digitalsteuer erhebt, mit einem Zoll von 100 Prozent auf sämtliche Produkte. Die EU zeigt sich unbeeindruckt: Ein Sprecher der EU-Kommission erklärte, man werde „umgehend und entschlossen“ reagieren, um eigene Rechte und die regulatorische Autonomie zu wahren, sollten „ungerechtfertigte unilaterale Maßnahmen angestrebt werden“.
Hitzerekord in Deutschland
Deutschland kann einen neuen Hitzerekord verzeichnen: An einer Wetterstation in Saarbrücken wurden 41,3 Grad gemessen – der höchste je in einem Juni aufgezeichnete Wert. Auch andere Landesteile meldeten Top-Werte. Zumindest über das Wochenende soll es so weitergehen. Die Hitzewellen werden durch die Klimakrise weltweit intensiver und länger, erklärt die Wissenschaftsredakteurin Susanne Götze. Der Trend geht eindeutig nach oben. Die ersten Opfer sind Alte und Kranke, die besonders leiden, weil es in vielen Pflegeheimen oder Krankenhäusern keine Klimaanlagen gibt.
WM und Tagesquiz
Die deutsche Fußballmannschaft verlor in der Vorrunde gegen Ecuador, doch das Vorbild von 1974 zeigt: Aus Schaden wird man klug. Damals verlor Westdeutschland gegen die DDR und wurde dennoch Weltmeister. Deutschlands nächster Gegner heißt Paraguay. Weitere Meldungen der Nacht betreffen die Rettungsarbeiten nach dem Beben in Venezuela, die Regulierung von KI-Modellen durch die US-Regierung und die geplante Erhöhung der Alkoholsteuer um 20 Prozent durch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD).



