Trump nominiert Ex-Soldat Schroyer zum neuen ICE-Chef
Trump nominiert Ex-Soldat Schroyer zum ICE-Chef

US-Präsident Donald Trump hat Lance Schroyer zum neuen Direktor der umstrittenen Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) nominiert. Die Personalentscheidung gab Trump am Samstag auf seiner Plattform Truth Social bekannt. Schroyer, ein ehemaliger Marineinfanterist und früherer Polizist aus Oklahoma, soll die Behörde führen, die für ihre aggressiven Abschieberazzien und ihr brutales Vorgehen gegen Migranten berüchtigt ist.

Schroyer: „Patriot“ mit jahrzehntelanger Erfahrung

Trump lobte Schroyer als „Patriot mit echter operativer Erfahrung“ und „bewährte Führungspersönlichkeit mit Jahrzehnten Erfahrung darin, die Schlimmsten der Schlimmen hinter Gitter zu bringen“. Der Republikaner betonte, Schroyer habe „aus erster Hand Erfahrung darin, illegale Ausländer von unseren Straßen zu entfernen“. Laut Trump arbeitete Schroyer 29 Jahre im operativen Polizeidienst in Oklahoma. Derzeit ist er Berater von Heimatschutzminister Markwayne Mullin.

ICE-Direktoren seit Jahren nur kommissarisch

Schroyer soll Todd Lyons nachfolgen, den Trump im März 2025 kommissarisch an die Spitze der ICE berufen hatte. Lyons verließ den Posten im Mai 2026, wenige Wochen nach der Entlassung der früheren Heimatschutzministerin Kristi Noem. Obwohl die Nominierung eigentlich vom Senat bestätigt werden muss, werden alle ICE-Direktoren seit 2017 nur kommissarisch ernannt. Mullin erklärte, seit Dezember 2014 sei kein ICE-Direktor mehr vom Senat bestätigt worden, und forderte eine schnelle Bestätigung für Schroyer.

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ICE im Zentrum von Trumps verschärfter Migrationspolitik

Die ICE spielt eine zentrale Rolle in Trumps zweiter Amtszeit, die im Januar 2025 begann. Die Behörde verantwortet umstrittene Razzien gegen Migranten in demokratisch regierten Städten, bei denen Beamte zum Teil vermummt auftraten. Das Vorgehen löste eine große Protestwelle aus. Besonders massiv wurde der Gegenwind, als im Januar in Minneapolis die US-Bürger Renée Good und Alex Pretti durch Schüsse von Bundesbeamten bei solchen Einsätzen starben. Noem wurde daraufhin von Trump entlassen.

UN alarmiert über Todesfälle in ICE-Gewahrsam

Erst am Freitag zeigte sich der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, alarmiert. In den ersten fünf Monaten des Jahres seien 18 Menschen im Gewahrsam der ICE gestorben, so Türk unter Berufung auf offizielle Zahlen. Im Vorjahr waren es insgesamt 33, 2024 elf Menschen. Türk kritisierte auch den Mangel an Transparenz zu den Umständen der Todesfälle. Aktuell halte die ICE über 60.000 Personen fest, verglichen mit rund 40.000 Anfang 2025. Es gebe Pläne, die Haftkapazitäten bis Ende 2026 auf bis zu 90.000 Plätze zu erhöhen.

Milliardenbudget und Namensänderungsvorschläge

Erst Mitte Juni unterzeichnete Trump den „Secure America Act“, der weitere 70 Milliarden Dollar für Einwanderungsbehörden wie ICE bereitstellt. Damit ist die Abschiebepolitik bis zum Ende seiner Amtszeit finanziert. Ende April gab es Vorschläge, den Namen der in Verruf geratenen Behörde zu ändern: ICE sollte ein „N“ für National vorangestellt werden, sodass NICE („nett, schön“) entstünde.

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