US-Präsident Donald Trump und der deutsche Oppositionsführer Friedrich Merz haben am Donnerstag telefonisch miteinander gesprochen. Das Gespräch fand vor dem Hintergrund der jüngsten Diskussionen über die Verteidigungsausgaben Deutschlands statt. Trump hatte zuvor mehrfach kritisiert, dass Deutschland das NATO-Ziel von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung nicht erreiche.
Hintergrund des Gesprächs
Die Unterredung zwischen Trump und Merz erfolgte nur wenige Stunden, nachdem Trump in einer Rede in Washington die deutschen Verteidigungsausgaben scharf kritisiert hatte. „Deutschland muss deutlich mehr in seine Sicherheit investieren“, sagte Trump. „Die amerikanischen Steuerzahler können nicht länger die Verteidigung Europas finanzieren.“ Merz, der als Kanzlerkandidat der Union gilt, hatte zuvor erklärt, dass Deutschland seine Ausgaben für die Bundeswehr erhöhen müsse. „Wir müssen die zwei Prozent erreichen, das ist eine Frage der Glaubwürdigkeit“, sagte Merz in einem Interview.
Inhalte des Telefonats
Nach Angaben aus dem Umfeld von Merz verlief das Gespräch konstruktiv. „Beide Seiten haben die Bedeutung der transatlantischen Partnerschaft betont“, hieß es. Trump habe Merz für seine klare Haltung zu den Verteidigungsausgaben gelobt. Merz wiederum habe Trump versichert, dass Deutschland seine Verpflichtungen gegenüber der NATO ernst nehme. Ein konkretes Ergebnis oder eine Einigung über einen Zeitplan für die Erhöhung der Ausgaben wurde nicht bekannt gegeben.
Reaktionen aus der deutschen Politik
Die Bundesregierung zeigte sich zurückhaltend. Regierungssprecher Steffen Hebestreit sagte: „Das Gespräch zwischen Herrn Trump und Herrn Merz ist eine private Angelegenheit. Die Bundesregierung steht im regelmäßigen Austausch mit der US-Regierung.“ Die SPD kritisierte Merz hingegen für sein Telefonat. „Merz betreibt hier Oppositionspolitik auf Kosten der deutschen Interessen“, sagte ein Sprecher. Die Grünen warnten vor einer zu großen Nähe zu Trump. „Wir müssen uns auf unsere eigenen Stärken besinnen, nicht auf die Launen des US-Präsidenten schielen“, so eine Sprecherin.
Auswirkungen auf die NATO
Das Gespräch zwischen Trump und Merz fällt in eine Zeit, in der die NATO mit internen Spannungen zu kämpfen hat. Trump hatte zuletzt gedroht, die US-Truppenpräsenz in Europa zu reduzieren, falls die Bündnispartner ihre Verteidigungsausgaben nicht erhöhen. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg begrüßte das Gespräch: „Jeder Dialog, der zur Stärkung des Bündnisses beiträgt, ist positiv.“ Die USA sind der größte Beitragszahler der NATO und stellen rund 70 Prozent der Verteidigungsausgaben des Bündnisses. Deutschland liegt mit rund 1,4 Prozent des BIP noch deutlich unter dem Zwei-Prozent-Ziel.
Zukunftsaussichten
Beobachter gehen davon aus, dass die Debatte um die Verteidigungsausgaben Deutschland und die USA noch länger beschäftigen wird. Merz hat angekündigt, das Thema im Wahlkampf zu einer zentralen Forderung zu machen. Ob ein möglicher Kanzler Merz tatsächlich die Ausgaben erhöhen würde, bleibt abzuwarten. Klar ist: Das Telefonat mit Trump war ein erster Schritt, um das Vertrauen der USA zurückzugewinnen.



