US-Präsident Donald Trump macht Vandalismus für die anhaltenden Probleme am kürzlich renovierten Reflecting Pool am Lincoln-Denkmal in Washington verantwortlich. Die Renovierungsarbeiten hätten „perfekt funktioniert“, bevor es zu „schändlichem Vandalismus“ gekommen sei, erklärte Trump am Samstag (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social. Er behauptete, die Täter hätten dem Becken mit einer Klinge einen rund 75 Meter langen Schnitt zugefügt und „ätzende und zerstörerische Chemikalien“ eingeleitet. Beweise für diese Vorwürfe legte er nicht vor.
Festnahme eines ehemaligen Olympioniken
Im Zusammenhang mit dem angeblichen Vandalismus wurden nach Angaben des Präsidenten mehrere Personen festgenommen. Die „Washington Post“ berichtet, dass unter ihnen der ehemalige Olympionike David Hearn (67) sei. Der zweifache Kanuslalom-Weltmeister war laut eigener Aussage mit dem Fahrrad unterwegs, als er am Becken anhielt, um sich die Renovierung anzusehen. Als er sich hinunterbeugte, um ein Stück der sich ablösenden blauen Farbe zu berühren, sei er von zwei Nationalgardisten umzingelt und von der US-Parkpolizei wegen Zerstörung von Regierungseigentum festgenommen worden. „Ich habe nichts zerstört, kaputtgemacht oder abgepellt“, sagte Hearn der Zeitung. Er sei fast fünf Stunden festgehalten worden und solle am 9. Juli vor Gericht erscheinen.
Renovierung mit Problemen
Die Renovierung des ikonischen Wasserbeckens, das sich am Fuße des Lincoln-Denkmals befindet und für seine Spiegelung des Washington Monuments bekannt ist, hatte Millionen Dollar gekostet. Trump hatte angeordnet, den grauen Boden des 610 Meter langen Beckens mit blauer Pool-Farbe zu streichen, um ihn „Amerikaflaggen-blau“ erstrahlen zu lassen. Der Auftrag wurde ohne Ausschreibung vergeben, was Trump mit Zeitdruck vor dem 250. Unabhängigkeitstag am 4. Juli begründete. Die Arbeiten kosteten laut Presseberichten rund 14 Millionen Dollar (etwa zwölf Millionen Euro) – fast zehnmal so viel wie von Trump ursprünglich angegeben.
Bereits kurz nach dem Wiederbefüllen am 4. Juni zeigten sich jedoch massive Probleme: Das Wasser nahm eine sumpfig-grüne Färbung an, und blaue Farbpartikel schwammen auf der Oberfläche. Algenblüten sind in dem Becken aufgrund der schwülwarmen Temperaturen in Washington seit seiner Eröffnung 1922 ein bekanntes Problem. Trump ließ das Becken daraufhin entleeren und den Boden neu streichen – doch auch danach blätterte die Farbe an vielen Stellen ab.
Trump droht mit Gefängnisstrafen
Trump forderte harte Strafen für die mutmaßlichen Vandalen: „Für diese sehr ernsthaften Straftaten sollten sie mehrere Jahre ins Gefängnis kommen“, schrieb er. Die Behörden müssten „wahrscheinlich“ einen Großteil des Wassers ablassen, um die Reparaturen durchzuführen. Er versprach jedoch, die Arbeiten „so schnell wie möglich“ erledigen zu lassen.
Der Präsident warf zudem dem ABC-News-Reporter Jonathan Karl, der über die Probleme berichtet hatte, vor, er wolle „die Gummibeschichtung von der Oberfläche des Schwimmbeckens abreißen“. Karl wollte sich gegenüber der „Washington Post“ nicht äußern.
Trumps Denkmalsetzung in Washington
Die Probleme am Reflecting Pool sind Teil einer Reihe von Umgestaltungen, die Trump in Washington vorantreibt, um sich ein Denkmal zu setzen. Er ließ den historischen Ostflügel des Weißen Hauses abreißen, um an seiner Stelle einen Ballsaal zu errichten. Zudem plant er einen riesigen Triumphbogen, der fast dreimal so hoch wie das Brandenburger Tor in Berlin und anderthalbmal so hoch wie der Pariser Triumphbogen werden soll. Kürzlich sorgte auch eine goldene Statue des Präsidenten auf seinem Golfplatz in Florida für Aufsehen.



