Der offene Konflikt zwischen dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. In einem Interview mit dem Sender Fox News erklärte Trump am Donnerstagabend: „Meine Beliebtheit geht sie nichts an. Sie sollte sich um ihre eigenen Probleme kümmern.“ Damit reagierte Trump auf vorangegangene kritische Äußerungen Melonis zu seiner Person und Politik.
Hintergrund des Streits: Unterschiedliche Ansichten in der Migrationspolitik
Der Disput zwischen den beiden politischen Schwergewichten entzündete sich an grundlegend unterschiedlichen Auffassungen in der Migrationspolitik. Meloni, die seit Oktober 2022 als erste Frau an der Spitze der italienischen Regierung steht, hatte Trump in einem Interview mit der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“ vorgeworfen, mit seinen Äußerungen zur Migration die Lage in Europa zu verschärfen. „Seine Rhetorik spaltet und schadet der internationalen Zusammenarbeit“, zitierte die Zeitung die Ministerpräsidentin. Trump wies diese Kritik nun entschieden zurück und betonte, seine Politik habe stets die Sicherheit der USA in den Vordergrund gestellt.
Trumps scharfe Replik: Persönlicher Angriff auf Meloni
In seiner Antwort auf Fox News ging Trump noch weiter und griff Meloni persönlich an. „Sie hat keine Ahnung, wovon sie spricht. Ihre Beliebtheitswerte in Italien sind ohnehin nicht berauschend“, so der Republikaner. Er bezog sich dabei auf aktuelle Umfragen, die Melonis Zustimmungswerte in Italien bei rund 38 Prozent sehen. Allerdings liegen diese Werte immer noch über denen vieler anderer europäischer Regierungschefs. Politische Beobachter werten die persönliche Note des Angriffs als Zeichen dafür, dass Trump die Kritik aus Rom als besonders unangenehm empfindet.
Internationale Reaktionen und diplomatische Verstimmungen
Der Schlagabtausch hat in diplomatischen Kreisen für Unruhe gesorgt. Ein Sprecher des italienischen Außenministeriums erklärte, man nehme die Äußerungen Trumps zur Kenntnis, wolle aber nicht weiter darauf eingehen. Man setze auf eine sachliche Zusammenarbeit mit den USA, unabhängig von persönlichen Befindlichkeiten. In Washington zeigte man sich hingegen zurückhaltend. Das US-Außenministerium wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Streit äußern. Experten sehen darin eine Vorsichtsmaßnahme, da Trump weiterhin als aussichtsreicher Kandidat für die Präsidentschaftswahl 2024 gilt.
Auswirkungen auf das transatlantische Verhältnis
Der offene Streit zwischen Trump und Meloni könnte das transatlantische Verhältnis weiter belasten. Meloni gilt als eine der schärfsten Kritikerinnen Trumps in Europa. Sie hatte bereits mehrfach betont, dass sie eine Wiederwahl Trumps als Gefahr für die westliche Wertegemeinschaft ansieht. Trump hingegen wirft Meloni vor, sich zu sehr von der EU und deren Migrationspolitik vereinnahmen zu lassen. „Italien braucht eine starke Führung, die sich nicht von Brüssel vorschreiben lässt, was zu tun ist“, so Trump. Der Konflikt zeigt, wie tief die Gräben zwischen den USA und Europa in zentralen politischen Fragen sind.
Der Streit zwischen Trump und Meloni ist kein Einzelfall. Bereits in der Vergangenheit hatte Trump europäische Staats- und Regierungschefs scharf attackiert, darunter die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron. Meloni reiht sich nun in diese Liste ein. Ob sich die Wogen vor der US-Wahl noch glätten lassen, bleibt abzuwarten. Klar ist: Die transatlantischen Beziehungen stehen vor einer weiteren Belastungsprobe.



