Trumps Auftritt beim G7-Gipfel: Müdigkeit und wacklige Schritte
US-Präsident Donald Trump hat beim G7-Gipfel in Frankreich mit seinem Auftreten für Aufsehen gesorgt. In mehreren Videoausschnitten und Bildern wirkte Trump müde und mitunter unsicher auf den Beinen. Um eine kleine Stufe zum Gruppenfoto zu betreten, hielt er sich an Indiens Premierminister Narendra Modi fest. Modi half ihm später auch wieder herunter.
Jetlag und wenig Schlaf
Trump war nach einem UFC-Event zu seinem 80. Geburtstag aus den USA nach Europa gereist. Jetlags sind bei dieser Reiserichtung in der Regel stärker. Laut CNN-Berichten schläft Trump bei Auslandsreisen an Bord der Air Force One meist nicht oder nur kurz. Bei einer Pressekonferenz sagte Trump, er sei „kein großer Schläfer“ und habe keine Zeit zu verlieren.
Verspätung und „Ich bin der Boss“
Am Mittwoch kam Trump etwas verspätet als Letzter zu einem Treffen der Staats- und Regierungschefs. Als er den Raum betrat, sagte er vor Kameras: „Ich bin der Boss.“ Nach einem anderen Gruppenfoto lief Trump zunächst in die falsche Richtung und blieb dann allein in der Mitte, während die anderen Staatschefs sich unterhielten.
Gespräch mit Macron über UFC
Im Gespräch mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron beglückwünschte Trump ihn zum Sieg des französischen Kämpfers Ciryl Gane bei einem UFC-Event anlässlich seines Geburtstags. Auf die Frage, ob Macron den Kampf gesehen habe, entgegnete dieser: „Nicht live. Aber heute Morgen.“ Trump sagte: „Es war ein toller Abend im Weißen Haus.“ Doch auch beim UFC-Event hatte sich der US-Präsident eine längere Ruhepause gegönnt.
Kontrast zu früheren Auftritten
Beobachter verwiesen auf einen deutlichen Kontrast zu Trumps Auftreten vor knapp zehn Jahren in seiner ersten Amtszeit, etwa beim G20-Gipfel in Hamburg 2017 mit Angela Merkel. Das Pensum eines US-Präsidenten ist grundsätzlich sehr intensiv, Müdigkeit bei Auslandsreisen ist zunächst nicht verwunderlich. Doch Trumps wiederkehrende Szenen werden zum Politikum, da er seinen Amtsvorgänger Joe Biden oft als gebrechlich darstellte und „Sleepy Joe“ nannte.
Zweifel an geistiger Fitness
In den USA gibt es wachsende Zweifel an der geistigen Leistungsfähigkeit Trumps. Mehrere Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit der Amerikaner die mentale Fitness des 80-Jährigen infrage stellt – darunter auch ein nicht geringer Anteil von Republikanern. Trump prahlt regelmäßig damit, einen Kognitivtest mehrfach bestanden zu haben. Diese Tests werden aber nur durchgeführt, wenn es ärztliche Zweifel an der kognitiven Fitness gibt. Trump ist der älteste jemals gewählte US-Präsident – ein Rekord, den zuvor Biden hielt. Trumps Vater Fred wurde im hohen Alter mit „milder seniler Demenz“ diagnostiziert; sein Arzt dokumentierte „offensichtlichen Gedächtnisverlust“ und „signifikante Gedächtnisbeeinträchtigung“.



