Eine Recherche der Washington Post legt nahe, dass der umstrittene Ballsaal am Weißen Haus doch mit Steuergeldern finanziert wird – und US-Präsident Donald Trump davon gewusst haben soll. Bisher hatte Trump stets betont, der Prunkbau werde von ihm und seinen wohlhabenden Gönnern bezahlt. Die neuen Zahlen zeichnen jedoch ein ganz anderes Bild.
Kosten explodieren auf 600 Millionen Dollar
Laut Washington Post beziffert die Baufirma Clark Construction die Kosten inzwischen auf 600 Millionen Dollar (rund 517 Millionen Euro). Trump selbst hatte ursprünglich von 200, später von 400 Millionen Dollar gesprochen. Aus Unterlagen vom März 2026 geht hervor, dass die Trump-Regierung die Hälfte der Summe aus Steuermitteln begleichen will – und das, obwohl Trump noch am 31. März behauptete, kein Steuerzahler müsse auch nur zehn Cent beisteuern.
Steuergeld bereits geflossen
Der Zeitung zufolge waren zu diesem Zeitpunkt bereits Millionen an Steuergeldern in das Projekt geflossen. Sechs Kostenpläne zwischen Juli 2025 und März 2026 zeigen stetig steigende Kostenvoranschläge. Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte lediglich, Trump und großzügige Patrioten finanzierten den Ballsaal mit rund 400 Millionen Dollar. Zu den Steuermitteln und den gestiegenen Kosten schwieg er.
Bauprojekt auch vor Gerichten
Trump hatte den historischen Ostflügel des Weißen Hauses im Oktober überraschend abreißen lassen, um Platz für den Ballsaal zu schaffen. Dieser soll mit Gold, Marmor und Lüstern für 1000 Gäste ausgestattet werden. Zudem wird ein alter Schutzraum zu einem modernen Bunker ausgebaut. Denkmalschützer klagten erfolgreich gegen den Bau, doch Trump legte Berufung ein. Der Fall könnte vor dem Obersten Gerichtshof landen.
Weitere Probleme: Der Reflecting Pool
Nicht nur der Ballsaal bereitet Ärger: Auch das historische Spiegelbecken am Lincoln Memorial, das Trump blau streichen ließ, zeigt bereits wieder Algenbefall und leuchtet satt grün.



