Die Ukraine hat auf dem NATO-Gipfel in Ankara neue Drohnenabkommen mit drei europäischen Ländern unterzeichnet. Präsident Wolodymyr Selenskyj gab die Kooperationen mit Dänemark, Estland und den Niederlanden bekannt. Weitere Abkommen mit Deutschland, Norwegen, Finnland und Kanada seien geplant, teilte Selenskyj am Dienstag in separaten Facebook-Erklärungen mit.
Details der Drohnenabkommen
Die Ukraine hat bereits ähnliche Abkommen mit sechs Ländern abgeschlossen, darunter Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Litauen und Lettland. Die Abkommen sind individuell auf jedes Land zugeschnitten. In der Regel sieht die Ukraine Unterstützung bei Drohnentechnologie vor, im Austausch gegen Lizenzgebühren, Investitionen und andere militärische Ausrüstung. Die genauen Bedingungen werden üblicherweise nicht veröffentlicht.
Selenskyj erklärte, die Drohnenabkommen würden „neue Möglichkeiten für die gemeinsame Produktion, die Entwicklung innovativer Verteidigungstechnologien, den systematischen Austausch von Fachwissen und den Export ukrainischer, auf dem Schlachtfeld bewährter Lösungen“ schaffen.
Angebot an die NATO
Auf dem Gipfel in Ankara bot Selenskyj der NATO eine verstärkte Kooperation bei Drohnen an. Er riet den Alliierten zu schnelleren Vorbereitungen auf eine Kriegsführung mit und gegen Drohnen. Zugleich rief er zur Beteiligung an einer Initiative zur gemeinsamen Produktion unbemannter Systeme auf. Drohnen und die Technologie der Kampfführung auf Entfernung bedeuteten einen revolutionären Wandel in der Kriegstechnik, sagte er. Ukrainische Rüstungsunternehmen zählten nun zu den stärksten in Europa und hätten sich im modernen Krieg bewährt.
Erfolge der ukrainischen Drohnenindustrie
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges hat die Ukraine massiv in ihre Drohnenindustrie investiert. Sowohl Kyjiw als auch Moskau setzen Drohnen in großem Umfang ein. Zuletzt attackierten ukrainische Drohnen immer wieder die russische Ölindustrie. Selenskyj gab an, dass die Ukraine jeden Monat rund 30.000 russische Soldaten außer Gefecht setze. Allein im Juni seien es fast 28.000 gewesen, mit Videoaufzeichnungen als Beweis. „Die überwältigende Mehrheit wurde von Drohnen getroffen“, so Selenskyj. „Erst gestern durchbrachen ukrainische Drohnen die russischen Verteidigungslinien und griffen eine russische Ölraffinerie in Sibirien an.“
Zudem habe die Ukraine ihre Fähigkeiten zur Abwehr unbemannter Waffensysteme ausgebaut und die Quote bei der Zerstörung russischer Shahed-Drohnen auf 90 Prozent gesteigert. „Das bedeutet, dass jede Woche Tausende russischer Angriffsdrohnen abgeschossen werden“, sagte Selenskyj.



