Europas Fußball hat nach einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte erstmals die Umsatzschwelle von 40 Milliarden Euro überschritten. In der Saison 2024/25 erzielten die europäischen Verbände und Ligen Gesamterlöse von 40,2 Milliarden Euro – ein Anstieg um sechs Prozent im Vergleich zur Vorsaison (38 Milliarden Euro). Dies geht aus der 35. Auflage des „Annual Review of Football Finance“ hervor. Die fünf größten Ligen Europas – Premier League, Bundesliga, LaLiga, Serie A und Ligue 1 – trugen mit 21,6 Milliarden Euro maßgeblich zu diesem Rekord bei. Transfereinnahmen wurden in der Berechnung nicht berücksichtigt.
Umsatzwachstum könnte sich verlangsamen
Obwohl die aktuellen Zahlen beeindruckend sind, warnt Deloitte vor einer möglichen Stagnation in den kommenden Jahren. „Die Ausweitung der UEFA- und FIFA-Wettbewerbe hat den Clubs der europäischen Top-Ligen finanzielle Vorteile gebracht. Doch die Ausschüttungen kommen nur einer kleinen Anzahl der Clubs zugute“, erklärte Stefan Ludwig, Leiter der deutschen Sport Business Gruppe bei Deloitte. Er betonte, dass sich der Fußball für nachhaltiges Wachstum nicht allein darauf verlassen könne, „immer mehr Inhalte zu produzieren. Ein zunehmend gesättigter Markt ist weder für Spieler noch für Fans positiv. Es besteht die Gefahr, kurzfristige Erträge über langfristigen Erfolg zu stellen.“
Premier League bleibt umsatzstärkste Liga
Die englische Premier League behauptete erneut ihre Spitzenposition. Ihr Gesamtumsatz stieg um acht Prozent auf 8,1 Milliarden Euro. Die wichtigste Einnahmequelle waren die Medienerlöse, die mit 4,0 Milliarden Euro zu Buche schlugen. Auch die anderen großen Ligen verzeichneten Rekordwerte: Die spanische LaLiga steigerte ihren Umsatz um neun Prozent auf 4,1 Milliarden Euro, die italienische Serie A um vier Prozent auf 3,0 Milliarden Euro. Getragen wurde diese Entwicklung vor allem von den Spitzenclubs wie Real Madrid, FC Barcelona, Juventus Turin, Inter Mailand und AC Mailand.
Bundesliga knackt die Vier-Milliarden-Marke
Die Bundesliga erzielte in der Saison 2024/25 mit 4,3 Milliarden Euro ebenfalls einen Bestwert. Das entspricht einem Umsatzplus von zwölf Prozent (0,5 Milliarden Euro) und bedeutet erstmals mehr als vier Milliarden Euro. Auch das operative Ergebnis verbesserte sich auf 400 Millionen Euro – der höchste jemals erzielte Wert. Laut Stefan Ludwig habe die Bundesliga „ihre Position als eine der finanziell stabilsten Ligen Europas weiter gefestigt. Die hohen Zuschauerzahlen sind Ausdruck einer starken Fanbasis, welche ein großer Wettbewerbsvorteil ist und eine wichtige Grundlage für die positive wirtschaftliche Entwicklung.“
Einzig die Ligue 1 verzeichnet Rückgang
Während die meisten Top-Ligen wuchsen, musste die französische Ligue 1 einen Umsatzrückgang hinnehmen. Die Erlöse sanken von 2,6 Milliarden auf 2,2 Milliarden Euro. Gründe für diesen Rückgang wurden in der Studie nicht näher ausgeführt. Insgesamt zeigt der Deloitte-Report, dass der europäische Fußballmarkt weiterhin wächst, aber vor Herausforderungen steht, um dieses Wachstum langfristig zu sichern.



