US-Fans nach WM-Aus gegen Belgien: Trump hat den Spielern die Unabhängigkeit genommen
US-Fans: Trump nahm dem Team die Unabhängigkeit

Die US-Nationalmannschaft ist nach einer 1:4-Niederlage gegen Belgien aus der Weltmeisterschaft in Nordamerika ausgeschieden. Das Spiel am Montagabend in Seattle stand jedoch weniger im Zeichen des Fußballs als vielmehr im Zeichen von Donald Trump. Der Präsident hatte sich zuvor in eine Sperre des Stürmers Folarin Balogun eingemischt, was für Empörung sorgte.

Belgien dominiert die Partie

Die Mannschaft von Trainer Mauricio Pochettino war über weite Strecken unterlegen. Charles De Ketelaere traf früh doppelt, Hans Vanaken nutzte einen Torwartfehler von Matt Freese, und Romelu Lukaku erzielte in der Nachspielzeit das 4:1. Der einzige US-Treffer war ein abgefälschter Freistoß von Malik Tillman, den Folarin Balogun herausgeholt hatte. Balogun war bis Sonntag der Top-Torschütze des US-Teams.

„Es war nicht unser Tag“, sagte Pochettino nach der Niederlage. US-Kapitän Tim Ream beteuerte, die Debatte um Trumps Einmischung habe keinen Einfluss auf die Spieler gehabt. Fans in einer Bar in Brooklyn widersprachen jedoch: „Trump hat dem Team seine Unabhängigkeit genommen“, sagte Ariane. Der Präsident nehme den Spielern mit seinen Einmischungen die Luft zum Atmen.

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Trumps Anruf bei Infantino

Im Achtelfinale gegen Bosnien-Herzegowina hatte Balogun nach Videobeweis die Rote Karte gesehen, was automatisch eine Sperre für die nächste Partie bedeutet hätte. Donald Trump griff daraufhin zum Telefon und rief Fifa-Chef Gianni Infantino an, um die Rote Karte überprüfen zu lassen. Der Präsident bestätigte den Anruf selbst: „Danke an die Fifa, dass sie ein großes Unrecht rückgängig gemacht hat!“, jubelte er auf Truth Social. Der Weltverband setzte die Sperre überraschend zur Bewährung aus, Balogun durfte spielen.

Die Fußballwelt zeigte sich entsetzt. Die europäische Konföderation Uefa nannte den Vorgang „beispiellos, unbegreiflich und nicht zu rechtfertigen“. Der belgische Verband sah das Fairplay verletzt, sein Antrag auf eine Begründung wurde als unzulässig abgewiesen. Infantino bestritt später, Einfluss genommen zu haben – die Entscheidung habe ein unabhängiges Komitee getroffen.

Trumps Fluch auf dem Spielfeld

Es war nicht das erste Mal, dass Trumps Anwesenheit mit einer Niederlage einherging. Bereits im Juni erschien der Präsident zu einem Finalspiel des New Yorker Basketballteams Knicks, das prompt verlor – die einzige Niederlage in der Finalserie. Auch die Fußballer wirkten an diesem Abend gehemmt. „Trump hat dem Team seine Unabhängigkeit genommen“, wiederholte ein Fan.

Die Fans im Stadion und beim Public Viewing ließen sich zunächst nicht beeindrucken. In einer Bar in Brooklyn schien das Vorgeplänkel um die Rote Karte niemanden zu interessieren. Die Gäste jubelten, sobald Balogun eingeblendet wurde. Allerdings waren sich alle einig: Fifa-Chef Gianni Infantino fand keiner gut. Buhrufe ertönten, sobald er im Bild erschien. Die Entscheidung des Weltverbands dagegen sah man nicht allzu kritisch. „Wir brauchen alle unsere Spieler, um gegen die Europäer mitzuhalten“, sagte Lucas zur Halbzeit.

Baloguns schwache Leistung

Der umstrittene Stürmer selbst zeigte eine eher schwache Leistung. Er stand zwar in der Startelf, blieb aber weitgehend ungefährlich. Das Ausscheiden des US-Teams war verdient. Ob es ohne die Debatte um die Rote Karte anders gekommen wäre, bleibt offen. Sicher ist: An die starken Auftritte der Mannschaft zuvor wird sich kaum jemand erinnern.

Balogun ist übrigens nur US-Bürger, weil seine hochschwangere Mutter einst an einem Rückflug nach London gehindert wurde und ihn deshalb in New York zur Welt bringen musste. In den USA bekommt die Staatsbürgerschaft, wer dort geboren ist. Genau das versucht Donald Trump gerade abzuschaffen. Ginge es also nach ihm, hätte es diesen US-Nationalspieler womöglich nie gegeben.

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