US-Kampfjets und Eurofighter überfliegen Berlin: Spektakel zum US-Unabhängigkeitstag
US-Kampfjets und Eurofighter über Berlin

Am Dienstagabend versammelten sich hunderte Berliner am ICC, um einen seltenen Formationsflug von Kampfjets zu erleben. Zwei deutsche Eurofighter und zwei US-amerikanische F-16 überflogen das Messegelände in nur 300 Metern Höhe mit einer Geschwindigkeit von 555,6 km/h. Anlass war eine Vorab-Feier zum 250. Unabhängigkeitstag der USA am 4. Juli, zu der die Amerikanische Botschaft in die Messehallen eingeladen hatte.

Spannung vor dem Überflug: Wo bleiben die Jets?

Gegen 19.15 Uhr war die Ankunft der Maschinen angekündigt. Rund 300 Schaulustige aller Altersklassen, viele mit Kameras und Handys, warteten gespannt. Immer wieder gab es Fehlalarme: Ein lautes Auto wurde für den Überschallknall gehalten, ein Vogelschwarm in der Ferne für die Formation. Die Stimmung erinnerte an den berühmten Loriot-Sketch: „Ja, wo fliegen sie denn?“

Um 19.20 Uhr war es dann so weit: Die vier Kampfjets kamen aus Richtung Nordosten – nach Maßstäben der Deutschen Bahn pünktlich, denn eine Verspätung von unter 5,59 Minuten gilt dort nicht als solche.

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Leise und lückenhaft: Der Flug über Berlin

Überraschend war die Lautstärke: Die Jets waren trotz Tiefflugs erstaunlich leise, möglicherweise aufgrund des Verkehrslärms von der Neuen Kantstraße und dem Messedamm. Die Formation in Pfeilkopf-Ausrichtung wirkte lückenhaft, was Oberstleutnant Stephan Borchert vom taktischen Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ in Laage erklärte: „Die Koordination mit Piloten der anderen Nation sowie die Beantragung von Ausnahmegenehmigungen für herabgesetzte Mindestflughöhen sind notwendig. Der Flug im stark beflogenen Berliner Luftraum erfordert sorgfältige Planung, um Luftraumverletzungen zu vermeiden und keine Behinderung für zivile Flugzeuge darzustellen.“

Die Eurofighter der Bundeswehr erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 2000 km/h und können fast senkrecht starten. Die F-16 sind älter, aber ähnlich schnell. Der Überflug dauerte nicht länger als fünf Minuten über dem Stadtgebiet – sehr zum Bedauern der Zuschauer, die auf eine Schleife gehofft hatten. „In Frankreich haben sie immer Farben hinten dran“, sagte einer, fügte aber hinzu: „Aber gut, ist ja keine Flugschau.“

Gelassene Reaktionen und ein Döner als Abschluss

Während die Eurofighter nach Laage zurückkehrten, blieben die Besucher ungläubig. „Das war alles? Na ja, wenigstens wir haben uns gut unterhalten“, meinte ein Mann, der mit seiner Frau noch einen Döner essen wollte. Doch am Imbiss angekommen, entschieden sie sich dagegen: „Die haben die Preise erhöht, dann eben nicht.“ Stattdessen fuhren sie mit der S-Bahn nach Hause.

Die Polizei teilte auf Anfrage der Morgenpost mit, dass es noch keine Bilanz über irritierte Anrufer gebe. Man habe die Leitstelle jedoch vorab informiert. Stichproben bei Bekannten im Stadtgebiet ergaben, dass die Jets kaum jemand bemerkt hatte.

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