US-Vizepräsident JD Vance hat den Watergate-Skandal relativiert und dabei erneut das Verschwörungsnarrativ des „Deep State“ bemüht. Bei einem Gespräch in der Richard Nixon Presidential Library in Kalifornien sagte Vance: „Wenn Watergate morgen passieren würde, wäre es eine 12-Stunden-Nachricht.“ Die Vorstellung, dass dieser Skandal eine Präsidentschaft zu Fall gebracht habe, sei „verrückt“.
Parallele zwischen Nixon und Trump
Vance zog eine direkte Parallele zwischen dem früheren Präsidenten Richard Nixon und dem amtierenden Präsidenten Donald Trump. Der „Deep State“ habe Nixon zu Fall gebracht, und dieselben Gruppen und Institutionen hätten Trump während seiner ersten Amtszeit dasselbe antun wollen. Belege für diese Behauptung nannte Vance nicht.
Das Verschwörungsnarrativ des „Deep State“ besagt im Kern, dass geheime Mächte das Weltgeschehen lenken. Watergate gilt als einer der größten Politskandale der USA: 1972 wurden im Washingtoner Watergate-Hotel, der Wahlkampfzentrale der Demokraten, fünf Männer verhaftet, die dort Abhörgeräte installiert hatten. Die Spur führte zum Wahlkampfteam der Republikaner und ins Weiße Haus – zu Präsident Nixon. Dieser versuchte, die Affäre zu vertuschen, trat jedoch 1974 zurück und kam damit einer Amtsenthebung zuvor.
Vance vergleicht sich selbst mit Nixon
Vance verglich bei seinem Auftritt auch sich selbst mit Nixon: „ein junger Senator, Vizepräsident, schreibt ein paar Bestseller, wird von den Medien gehasst – das klingt irgendwie nach JD Vance“. Er habe Nixon schon immer gemocht, betonte er.
Es wird weithin angenommen, dass Vance sich um eine Präsidentschaftskandidatur 2028 und damit um Trumps Nachfolge bemühen wird. Trump selbst kann nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren. Selten hatte ein Vizepräsident so viel Macht wie JD Vance. Er sieht sich in einem Kampf gegen die Linke, in dem fast jedes Mittel erlaubt ist.



