Vance: „Verschwörungstheoretiker“ im Fall Epstein
Vance: „Verschwörungstheoretiker“ im Fall Epstein

US-Vizepräsident JD Vance, 41, sorgte kürzlich mit einem Auftritt in der regierungskritischen Talkshow „The View“ für Aufsehen. Der Republikaner, der sich auf einer Promo-Tour für seine Memoiren „Communion“ befindet, äußerte sich dabei zum Fall Jeffrey Epstein und bezeichnete sich selbst als „so etwas wie einen Verschwörungstheoretiker“.

Vance fordert Transparenz

In der Sendung erklärte Vance, die Stabschefin des Weißen Hauses, Susie Wiles, habe ihn intern als Verschwörungstheoretiker bezeichnet. „Ich mag Susie sehr, aber ja, sie hält mich beim Thema Epstein für einen Verschwörungstheoretiker“, sagte er. „Weil ich es für absurd halte, dass dieser Mann, der offensichtlich ein Sexualstraftäter war, mit vielen sehr wohlhabenden und mächtigen Menschen verkehrt hat. Das hat mich wirklich gestört. Ich weiß natürlich nicht, was genau dort vorgefallen ist – das weiß niemand mit Sicherheit, außer denen, die dabei waren –, aber das hat mich wirklich beschäftigt, und ich wollte vollständige Transparenz.“

Hintergrund des Epstein-Falls

Der US-Investor Jeffrey Epstein soll Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils Prominenten ausgeliefert haben. 2008 wurde er zu einer umstrittenen 18-monatigen Haftstrafe verurteilt. 2019 wurde er erneut festgenommen, unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen. Rund einen Monat später wurde er tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden – offiziell Suizid.

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Präsident Donald Trump hatte sich monatelang gegen die Veröffentlichung der Epstein-Akten gewehrt, bevor der Kongress mit Stimmen seiner Republikaner die Freigabe erzwang. Viele Teile der Akten sind geschwärzt, dennoch tauchen zahlreiche prominente Namen auf, darunter auch Trumps. Bisher veröffentlichte Dokumente legen eine enge Beziehung zwischen Epstein und Trump nahe, ein Fehlverhalten Trumps wurde jedoch nicht nachgewiesen.

Vances Aussagen zu Trump und Epstein

Bei „The View“ behauptete Vance, die Freundschaft zwischen Trump und Epstein habe „in den Achtzigerjahren“ bestanden. Es gibt jedoch Hinweise, dass sie bis Anfang der 2000er Jahre andauerte. Die „New York Times“ berichtete kürzlich über interne Streitigkeiten in der US-Regierung bezüglich der Epstein-Akten. Demnach forderte Vance entgegen Trumps Weigerung die Freigabe der Akten.

Medienaufsicht gegen ABC

Der Auftritt Vances ist auch vor dem Hintergrund interessant, dass die Medienaufsicht FCC nach Beschwerden Trumps gegen den Sender ABC und die Show „The View“ vorgeht. Es geht um den Vorwurf, dass bei einem Auftritt eines oppositionellen Demokraten gegen Gleichbehandlungsregeln verstoßen wurde. Thema im Interview mit Vance war diese Untersuchung nicht.

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