Bayreuther Festspiele: Wagner-Urenkelin entschuldigt sich bei Michel Friedman
Wagner-Urenkelin entschuldigt sich bei Michel Friedman

150 Jahre Bayreuther Festspiele: Wagner-Urenkelin entschuldigt sich bei Michel Friedman

Die Leiterin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, hat sich nach einem tagelangen Eklat offenbar in einem Schreiben bei Michel Friedman entschuldigt. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, schrieb Wagner: „Eine reine Jubelfeier wäre für mich unerträglich!“ und bat den Publizisten um Verzeihung. „Es tut mir wirklich sehr leid!“, fügte sie hinzu.

Zuvor war bekannt geworden, dass eine geplante Rede Friedmans in Bayreuth wegen angeblicher „Sicherheitsbedenken“ plötzlich abgesagt worden war. Der Autor sollte über den Antisemitismus Richard Wagners sowie die Verstrickungen seiner Nachkommen mit dem Naziregime sprechen. Auch die fehlende Aufarbeitung sollte thematisiert werden. Anlass war die Feier zum 150. Bestehen der Festspiele.

Die Festspiele blicken auf eine teils dunkle Geschichte zurück. Adolf Hitler, ein großer Wagner-Fan, war dort gern gesehener Gast. Die damalige Festspiel-Chefin Winifred Wagner war eine glühende Verehrerin des Diktators. Komponist Richard Wagner selbst fiel zu Lebzeiten durch wüsten Antisemitismus auf.

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Veranstaltung offenbar bereits vor Monaten gestoppt

Wie es nun heißt, sei intern bereits im Frühjahr klar gewesen, dass der Auftritt nicht wie geplant stattfinden werde. Der Vorverkauf für das Gedenkkonzert mit Rede wurde nie gestartet. Der städtische Veranstaltungsort sei bereits Mitte März informiert worden, dass „die Reservierung für das Gedenkkonzert aufgehoben werden könne“, wie dessen Leiter Björn Rodday der SZ mitteilte.

Friedman hatte nach der Absage erklärt, diese sei „in einer Demokratie der Tod durch Selbstmord“ und kritisierte weiter: „Die Ernsthaftigkeit, sich mit dem Antisemiten Wagner auseinanderzusetzen, ist durch diese Absage ad absurdum geführt.“

Wie es jetzt heißt, habe Festivalleiterin Katharina Wagner den Publizisten am Donnerstag persönlich angerufen und sich für „Fehleinschätzungen“ und die „fatalen Nachrichten“ entschuldigt. Friedman sei von ihr auch gebeten worden, zum ursprünglich geplanten Zeitpunkt nach Bayreuth zu kommen und dort zu reden. Die Veranstaltung solle möglichst so wie ursprünglich geplant stattfinden. Friedman habe dafür bereits zugesagt.

Zuvor hatte unter anderem Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) die Absage kritisiert: „Ich erwarte von der Festspielleitung, dass sie eine Lösung für die Veranstaltung findet.“

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