Zwischenrufe bei Netanyahu-Rede: Israels Premier unter Druck
Zwischenrufe bei Netanyahu-Ansprache

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu ist bei einer Rede vor Offiziersanwärtern mit Zwischenrufen gestört worden. Wie die israelischen Zeitungen „The Times of Israel“ und „Haaretz“ berichteten, rief ein Anwesender: „Geh nach Hause“. Dies löste bei einigen Beifall und Jubel aus. Ein weiterer Zuhörer rief demnach: „Geh, Bibi“. Laut den Berichten folgten jedoch auch Applaus und Jubel für den Regierungschef. Der Vorfall ereignete sich während einer Abschlusszeremonie an einer Offiziersschule der israelischen Streitkräfte.

Netanyahus Verteidigung und militärische Erfolge

Netanyahu wies in seiner Rede Kritik an seiner Führung im laufenden Krieg zurück. Er erklärte, dass sich die strategische Lage im Nahen Osten grundlegend verändert habe. Dabei verwies der Ministerpräsident auf militärische Erfolge gegen Iran, die palästinensische Terrororganisation Hamas im Gazastreifen und die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon. Eine Umfrage zeigt jedoch, dass 92 Prozent der Israelis laut Umfrage Iran als Gewinner des Krieges sehen.

Korruptionsprozesse: Aussagen abgeschlossen

Netanyahu dürfte dennoch erleichtert auf diese Woche zurückblicken. Der 76-Jährige hat seine Aussagen in den gegen ihn laufenden Korruptionsprozessen abgeschlossen. Das teilte eine Sprecherin des Justizministeriums am Mittwoch mit. Seit Ende 2024 hatte Netanyahu in den Verfahren insgesamt 98 Mal ausgesagt. Oftmals wurden die Anhörungen auf Antrag seines Anwalts aufgrund von Regierungsverpflichtungen oder gesundheitlichen Problemen verkürzt oder verschoben.

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Die Vorwürfe im Detail

Netanyahu sieht sich in zwei Fällen mit dem Vorwurf konfrontiert, er habe mit israelischen Medienhäusern vorteilhafte Berichterstattung ausgehandelt. In einem dritten Fall geht es um den Vorwurf, er habe Luxusgeschenke im Wert von mehr als 260.000 Dollar (222.000 Euro) von Milliardären im Gegenzug für politische Gefälligkeiten angenommen. Ein vierter Korruptionsvorwurf wurde fallen gelassen. Netanyahu bestreitet jegliches Fehlverhalten und prangert die Prozesse als politisch motiviert an. Er ist der erste amtierende israelische Regierungschef, der sich in einem Korruptionsprozess verantworten muss.

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