Über 100 Gründer und Manager fordern dringende Sozialstaatsreform
Appell für Reformen: Gründer und Manager fordern Handeln

Kurz vor der geplanten Reform von Rente und Sozialstaat haben über 100 Gründer und Manager einen dringenden Appell für eine Erneuerung des Standorts Deutschland veröffentlicht. Sie fordern konkrete Reformansätze statt bloßer Absichtserklärungen beim nächsten Koalitionsausschuss am 1. Juli.

Appell des Startup-Verbands

Der Startup-Verband warnt in seinem Aufruf, dass der Wegfall von 10.000 Industriearbeitsplätzen pro Monat im vergangenen Jahr ein Weckruf sei. „Dies ist eine Handlungsverpflichtung für echte Reformen“, betont Verbandsvorstandsvorsitzende Verena Pausder.

Unter dem Titel „Für eine neue Gründerzeit, jetzt“ fordern die Unterzeichner Maßnahmen für mehr Innovation, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Deutschland habe viele Vorzüge wie Weltklasse-Forschung, qualifizierte Talente und eine starke Industrie. „Diese Potenziale müssen wir viel besser nutzen“, so Pausder.

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Prominente Unterzeichner

Zu den Unterzeichnern zählen Größen der Start-up-Szene wie Zalando-Co-Chef David Schröder und Flix-Gründer André Schwämmlein. Auch Manager wie Ex-Telekom-Chef René Obermann, Ex-Thyssenkrupp-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme und Thomas Book von der Deutschen Börse haben den Appell unterzeichnet.

Konkrete Forderungen

Der Appell enthält mehrere konkrete Vorschläge:

  • Der Staat soll die Gründung von Firmen innerhalb von 24 Stunden flächendeckend ermöglichen.
  • Es braucht mehr Anreize für Start-up-Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungsinstituten.
  • Die europäische Gesellschaftsform „EU Inc.“ soll vorangetrieben werden.
  • Der Staat soll als Ankerkunde mit öffentlichen Aufträgen innovative Firmen unterstützen.
  • Ein flexiblerer Kündigungsschutz für Spitzenverdiener wird gefordert.
  • Mehr Investitionen in digitale Infrastruktur und KI-Rechenkapazitäten sind nötig.
  • Praxistauglichere Bedingungen für Mitarbeiteraktien sollen geschaffen werden.

Hintergrund: Koalitionsausschuss und Rentenkommission

Für den 1. Juli ist ein Spitzentreffen der Koalition geplant. Die Bundesregierung will noch vor der Sommerpause ein konkretes Reformpaket vorstellen, unter anderem zu Steuersystem und Arbeitsmarkt. Zuvor wird die Rentenkommission der Regierung ihre Ergebnisse vorlegen, voraussichtlich bereits in der kommenden Woche.

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