Beim Nato-Gipfel in Ankara hat Bundeskanzler Friedrich Merz gemeinsam mit seiner Ehefrau Charlotte ein längeres Gespräch mit US-Präsident Donald Trump geführt. Ein offizielles Arbeitsgespräch war zwar nicht vorgesehen, doch beim Dinner zum Gipfelauftakt am Dienstagabend ergab sich reichlich Gelegenheit zum Austausch. Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen unterhielten sich die drei „weitgehend den gesamten Abend“ über politische und private Themen.
Runder Tisch im Präsidentenpalast
Am Tisch saßen neben Merz, seiner Frau und Trump auch der türkische Gastgeber Präsident Recep Tayyip Erdogan, Nato-Generalsekretär Mark Rutte sowie die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Die Atmosphäre wurde von Teilnehmern als „angeregt und freundlich“ beschrieben. Dies ist bemerkenswert, da Trump und Meloni sich erst vor wenigen Wochen eine heftige Auseinandersetzung in den sozialen Medien geliefert hatten. Auslöser war Trumps Behauptung, Meloni habe ihn beim G7-Gipfel im französischen Évian um ein gemeinsames Foto angefleht. Meloni bezeichnete dies als „völlig erfunden“. Zuletzt äußerte Trump jedoch versöhnlich: „Ich finde sie eigentlich nett.“
Abgekühltes Verhältnis zwischen Merz und Trump
Das Verhältnis zwischen Merz und Trump hatte sich zuvor deutlich abgekühlt. Grund war die Kritik des Kanzlers am Iran-Krieg. Trump reagierte darauf mit der Ankündigung, 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Zudem nannte er die deutschen Verteidigungsausgaben vor dem Gipfel „lächerlich“. Vor dem Dinner empfing Erdogan Trump zu einem bilateralen Gespräch. Weitere bilaterale Treffen waren mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selensky und dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa geplant, jedoch nicht mit anderen Nato-Staats- oder Regierungschefs.
Speisekarte und Begleitung
Das Dinner im prunkvollen Präsidentenpalast Erdogans umfasste unter anderem Rinderrippchen sowie Seebarsch mit Artischocken und Weinblättern. Für Charlotte Merz war es die zweite Reise mit ihrem Mann in die Türkei. Bereits im vergangenen Oktober hatte sie ihn beim Antrittsbesuch des Kanzlers in Ankara begleitet.



