Israel greift trotz Waffenruhe im Südlibanon an
Ungeachtet der geltenden Waffenruhe hat die israelische Luftwaffe in der Nacht zum Mittwoch mehrere Ziele in der Nähe der Stadt Bint Dschubail im Südlibanon angegriffen. Dies berichtete die libanesische staatliche Nachrichtenagentur NNA. Bint Dschubail gilt als Hochburg der Hisbollah. Die israelische Armee teilte zudem mit, bei einem Schusswechsel am Dienstag im Südlibanon ein Hisbollah-Mitglied getötet zu haben. Der Mann habe das Feuer auf israelische Soldaten eröffnet. Von der Hisbollah gab es zunächst keine Stellungnahme.
Trump erklärt Friedensplan für hinfällig – Märkte reagieren
US-Präsident Donald Trump erklärte die Absichtserklärung zur Beendigung des Konflikts mit dem Iran für hinfällig. „Die Vereinbarung ist vorbei“, sagte Trump vor dem Nato-Gipfel in Ankara. Er wolle nicht mit Teheran verhandeln: „Das sind kranke Leute.“ Trump ließ jedoch zu, dass die Gespräche fortgesetzt werden. Die Märkte reagierten unmittelbar: Der Dax fiel um mehr als zwei Prozent unter die Marke von 25.000 Punkten und verlor alle Gewinne des Julis. Der Ölpreis stieg deutlich: Ein Barrel der Sorte Brent kostete 78,50 Dollar, ein Plus von rund sechs Prozent – der höchste Stand seit dem 22. Juni.
Tausende begleiten Trauerzug für Chamenei im Irak
Die Trauerprozessionen für den getöteten iranischen Führer Ajatollah Ali Chamenei erreichten den Irak. In der Pilgerstadt Nadschaf erwiesen Tausende Menschen Chamenei die letzte Ehre. Während sein Sarg auf einem Lastwagen durch die Straßen fuhr, riefen die Trauernden „Tod Amerika“ und „Tod Israel“. Die sogenannten Volksmobilisierungskräfte (PMF), ein Bündnis schiitischer Milizen, meldeten mehr als zwei Millionen Teilnehmer. Eine unabhängige Bestätigung gab es nicht, aber Bilder zeigten enorme Menschenmengen.
Iran meldet US-Angriffe an Südküste – ein Toter
Nach US-Bombardierungen in der Nacht griffen die USA weiter an der iranischen Südküste an. Nahe der Hafenstadt Buschehr seien mindestens zwei Projektile eingeschlagen, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Die Revolutionsgarden meldeten den Tod eines Soldaten der Flugabwehr in der Stadt Mahschahr in der Provinz Chusestan.
Wadephul: Iran muss vernünftig verhandeln
Bundesaußenminister Johann Wadephul sieht die Diplomatie noch nicht als gescheitert. Der Iran müsse aber verstehen, dass es Zeit für ernsthafte Verhandlungen sei, sagte der CDU-Politiker dem Sender NDR Info. Die iranische Führung habe noch nicht verstanden, dass sie auf eine nukleare Bewaffnung verzichten müsse.
Iran feuert neue Raketen auf Bahrain
Der Iran meldete eine neue Raketenwelle auf den Golfstaat Bahrain. In Bahrain heulten die Sirenen, das Innenministerium rief die Einwohner auf, sich in Sicherheit zu bringen. Nutzer in sozialen Medien berichteten von Raketenstarts nahe Buschehr.
Amnesty fordert internationalen Druck auf Iran
Sechs Monate nach der Niederschlagung der Proteste im Iran forderte Amnesty International weltweiten Druck auf Teheran. „Die internationale Gemeinschaft hat es versäumt, die Verbrechen aufklären zu lassen“, sagte Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty in Deutschland. Die Organisation appellierte, die Menschenrechtskrise im Iran auf die Agenda zu setzen.
Rutte: US-Angriffe auf Iran „absolut notwendig“
Nato-Generalsekretär Mark Rutte verteidigte die US-Angriffe als Reaktion auf iranische Attacken gegen Tanker in der Straße von Hormus. Die US-Reaktion sei „absolut notwendig“ gewesen, sagte Rutte beim Nato-Gipfel in Ankara. Er versuchte zudem, Zweifel an der Bündnistreue Trumps zu zerstreuen: „Es gibt ein uneingeschränktes Bekenntnis der USA zur Nato.“
USA greifen über 80 Ziele im Iran an
Das US-Militär griff nach eigenen Angaben über 80 Ziele im Iran an, darunter Luftabwehrsysteme, Schiffsabwehrraketen und mehr als 60 Boote der Revolutionsgarden in oder nahe der Straße von Hormus. Die Angriffe seien vier- bis fünfmal stärker gewesen als vor anderthalb Wochen, berichtete „Axios“. Der Iran drohte mit einer Reaktion: „Die Zeit der Einschüchterung ist vorbei“, schrieb Parlamentspräsident Ghalibaf.
Katar bestellt Irans Vize-Botschafter ein
Nach dem Angriff auf einen katarischen Flüssiggas-Tanker bestellte Katar den iranischen Vize-Botschafter ein. Der Angriff gefährde die Sicherheit der Schifffahrt und die weltweite Energieversorgung, hieß es in einer Protestnote. Der Tanker „al-Rekajat“ wurde von einem unbekannten Geschoss getroffen, an Bord brach Feuer aus, die Besatzung evakuierte das Schiff.



