Klopp im Pommes-Fieber: Bundestrainer-Verhandlungen mit DFB starten
Klopp: DFB-Verhandlungen beginnen – Pommes in der Pressebox

Die Verhandlungen um den künftigen Bundestrainer stehen unmittelbar bevor. Jürgen Klopp, der als Top-Kandidat für die Nachfolge von Hansi Flick gehandelt wird, hält sich derzeit in den USA auf und wartet auf die Ankunft einer DFB-Delegation. Präsident Bernd Neuendorf und sein Stellvertreter Hans-Joachim Watzke reisen nach New York, um die Gespräche zu führen. Klopp selbst ist als TV-Experte bei der Klub-Weltmeisterschaft im Einsatz – und sorgt dabei für Schlagzeilen.

Pommes in der Pressebox: Klopp im Rampenlicht

Ein Schnappschuss auf der Videoleinwand in Vancouver zeigt Klopp, wie er sich in einer Pressebox Pommes Frites gönnt. Dieses Bild ist der nächste Beleg dafür, wie öffentlich die Berufung des neuen Bundestrainers vonstattengeht. Noch nie wurde ein künftiger Chefcoach der deutschen Nationalmannschaft derart begleitet. Die Sache scheint öffentlich bereits ausgemacht, auch wenn Klopp sich in Interviews bedeckt hält. „Wenn es so kommen sollte...“, sagte er bei MagentaTV, als er auf die Zusammenarbeit mit DFB-Sportdirektor Rudi Völler angesprochen wurde. „Wenn ich es werden würde...“, fügte er hinzu, als es um seine fehlende Erfahrung bei Nationalteams ging.

Doch die Zurückhaltung hat ihren Preis. Thomas Müller, der als Expertenkollege neben Klopp saß, steigerte das Unbehagen mit einem Scherz: „Mir ist natürlich gleich in den Kopf geschossen, ob ich überhaupt noch Jürgen zu ihm sagen darf. Jürgen und Sie.“ Klopp konterte: „Dürfen Sie.“ Als Müller jedoch über Klopps Fähigkeiten als Strukturveränderer sprach, zeigte Klopps Körpersprache, dass ihm die Situation unangenehm war. Er schaute nach unten, nach oben, zur Seite und wollte dazwischenreden. „Das ist schon ein bisschen komisch, wenn ich da mittendrin stehe und nichts sage, ist es schon Quatsch“, gestand er.

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Öffentliche Diskussionen belasten Klopp

Die neue Welle an öffentlichen Beiträgen, darunter Aussagen von Ligapräsident Watzke und Völlers Ankündigung, weiterzumachen, sollen Klopp nicht gefallen haben. Sie nötigten ihn zu weiteren Kommentaren. „Die Situation ist insofern ungewöhnlich, dass nichts entschieden ist. Aber trotzdem müssen ja ein paar Gespräche geführt werden können, egal, wie es am Ende ausgeht“, sagte der Noch-Fußball-Chefstratege von Red Bull. Ihm wird bewusst, dass jede Kleinigkeit Bedeutung hat, wenn es um den Bundestrainer-Posten geht.

Sogar die Getränkedosen auf seinem Tisch beim Pommes-Snack wurden zum Gesprächsthema. Die vermeintlich wichtigste Anmerkung: Es handelte sich erkennbar nicht um Produkte aus dem Red-Bull-Sortiment. Eine indirekte Erinnerung daran, dass auch mit dem Noch-Arbeitgeber eine Lösung aussteht.

Zeitplan: Verhandlungen in den USA

Während Neuendorf und Watzke nach Amerika reisen, ist Klopp durch seinen TV-Job omnipräsent. Zu den Viertelfinalspielen wird es voraussichtlich ruhiger. In Foxborough, wo Julian Nagelsmann im Elfmeterschießen gegen Paraguay als Bundestrainer scheiterte, ist Klopp noch beim Spiel Marokko gegen Frankreich dabei. Danach ließe sein Einsatzplan Zeit für Verhandlungen. Und die sind, wie Klopp betont, dringend nötig: „Es geht um viel. Wer es auch immer machen wird, hat einen Haufen zu tun.“ Dass er derjenige sein wird, daran gibt es keinen Zweifel.

Strukturreform oder nur Trainerjob?

Das Kernthema ist die Struktur des DFB. Klopp ist sich möglicherweise unsicher, was nötig und möglich ist. „Um etwas zu verändern, muss man zuallererst wissen, was wirklich passiert. Wir von außen haben ja gar keine Ahnung“, sagte er. „Wer auch immer dahin kommt, muss sich das angucken. Es ist einfach, in so einer Phase zu sagen: Es ist alles Quatsch. Das geht so nicht – offensichtlich nicht.“

Eine Frage ist bereits geklärt: Mit Völler kann Klopp sich eine konstruktive Zusammenarbeit vorstellen. Das war zuvor öffentlich bezweifelt worden. Doch Klopp hält es für vorteilhaft, jemanden im Team zu haben, der den Verband und seine Besonderheiten kennt.

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Bei allen Absichtserklärungen zur Neuaufstellung hat Klopp seinen Trainerinstinkt nicht verloren. Das nächste Spiel muss gewonnen werden. Am 24. September gibt es ein Pflichtspiel in der Nations League in den Niederlanden. Gegen Oranje verliert niemand gerne, schon gar nicht zum Einstand. „Es muss sich keiner da draußen Gedanken machen, sollte ich das machen, dass ich mich hinsetze und das Einzige, was mich interessiert, ist das erste Spiel gegen Holland. Aber bis zum Spiel gegen Holland wäre es wahrscheinlich genauso“, sagte Klopp vielsagend.