Brandenburgs Finanzminister Crumbach kehrt nach BSW-Phase in die SPD zurück
Der brandenburgische Finanzminister und ehemalige BSW-Landeschef Robert Crumbach ist nach einer rund zweijährigen Mitgliedschaft im Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) wieder in die SPD eingetreten. Der 63-Jährige bezeichnete seinen Wechsel zum BSW als einen großen Fehler und kritisierte die Partei sowie ihre Fraktion scharf.
Crumbach nennt BSW regierungs- und politikunfähig
Bei einer Pressekonferenz der SPD-Landtagsfraktion äußerte sich Crumbach deutlich: „Ich war sehr mitgenommen davon zu erkennen, dass die Partei, dass die Parteiführung, dass aber auch die Landtagsmitglieder im Wesentlichen nicht nur regierungsunfähig, sondern politikunfähig sind.“ Der langjährige Arbeitsrichter betonte, dass für ihn stets die Interessen der arbeitenden Bevölkerung im Vordergrund stünden. „Ich war zeitweise davon überzeugt, dass es neben der SPD eine andere Partei gäbe, die dies glaubwürdig vertreten kann. Das war ein großer Irrtum und Fehler.“
Vom BSW-Mitgründer zum Minister und zurück zur SPD
Robert Crumbach hatte die SPD im Januar 2024 nach mehr als 40 Jahren Mitgliedschaft verlassen und war Mitgründer des BSW in Brandenburg. Seine politische Karriere verlief anschließend wie folgt:
- Er wurde zunächst BSW-Landesvorsitzender und später Fraktionschef.
- Als Finanzminister ins Kabinett berufen, löste ihn Niels-Olaf Lüders an der Fraktionsspitze ab.
- Nach seiner Zustimmung zur Rundfunkreform im Landtag geriet er zunehmend unter Druck innerhalb von Fraktion und Partei.
- Im Januar 2026 trat er aus dem BSW aus und wechselte zunächst parteilos zur SPD-Fraktion.
Streit gipfelt im Bruch der SPD/BSW-Koalition
Die politischen Spannungen eskalierten im November 2025, als vier Abgeordnete das BSW verließen, von denen zwei später zurückkehrten. Crumbachs Austritt aus Partei und Fraktion im Januar 2026 markierte das endgültige Ende der SPD/BSW-Koalition. Insgesamt verließen fünf von vierzehn Abgeordneten die BSW-Fraktion und die Partei.
Gemeinsam mit der ehemaligen BSW-Abgeordneten Jouleen Gruhn, die ebenfalls zur SPD-Fraktion wechselte, sicherte Crumbach SPD und CDU eine Zwei-Stimmen-Mehrheit im Landtag. Beide Parteien planen nun eine Koalition, in der Crumbach das Amt des Infrastrukturministers übernehmen soll.
Reaktionen aus dem BSW
Die BSW-Fraktion reagierte mit scharfer Kritik auf Crumbachs Rückkehr zur SPD. Fraktionschef Niels-Olaf Lüders warf ihm vor, das Ende der Koalition von längerer Hand vorbereitet zu haben. „Es gibt einige wichtige Indizien, die dafür sprechen, hier Truppen zu organisieren, die überlaufen, um dann gänzlich andere Mehrheiten, die der Wähler nicht gewählt hat, an den Start zu bringen.“ Der BSW-Abgeordnete Andreas Kutsche ging noch weiter und behauptete, Crumbach sei mit der Absicht eingetreten, „das BSW von innen heraus zu zerstören“.
Die „Märkische Allgemeine“ hatte als erste über Crumbachs Wiedereintritt in die SPD berichtet. Seine Rückkehr markiert einen bedeutenden Wendepunkt in der brandenburgischen Landespolitik und unterstreicht die anhaltenden Turbulenzen innerhalb des BSW.



