Zum Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag laden der Mühlenverein und die Stadt Wittenburg zu einem abwechslungsreichen Programm für die ganze Familie ein. Der Vormittag steht ganz im Zeichen des traditionellen Müllerhandwerks: Mitglieder des Förderkreises Mühle Wittenburg zeigen, wie früher Getreide geerntet, gemahlen und zu Brot verarbeitet wurde. Am Nachmittag verwandelt sich das Gelände rund um die historische Mühle in einen Ort für ein buntes Kinder- und Familienfest.
Mühle, Musik und ein Fest für die ganze Familie
Um 11 Uhr werden die Flügel der Mühle per Hand in den Wind gedreht. „Das wird per Hand gemacht, um die richtige Stärke nutzen zu können“, erklärt Tino Oberhack vom Mühlenverein. In diesem Jahr feiert die Mühle ihr 150-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hat der Verein extra Mehl mahlen lassen, das am Mühlentag verkauft wird. „Das Mehl haben wir aber nicht hier gemahlen, denn unsere Mühle hat keine Lebensmittelkonzession, weil wir die hygienischen und fachlichen Bedingungen nicht umsetzen können“, so Oberhack. Das Mehl stammt aus einer noch zugelassenen Windmühle in Bardowick.
Musikalisch wird der Tag von der Liedertafel Wittenburg, Max Nadzeika am Akkordeon und dem Wittenburger Fanfarenzug begleitet. Kinder und Erwachsene haben den ganzen Tag die Möglichkeit, sich über das Müllerhandwerk in vergangenen Zeiten, aber auch heute zu informieren. Zusätzlich ist das Mehlweltenmuseum am Amtsberg von 12 bis 17 Uhr geöffnet.
Begeisterte Besucher aus Neuseeland
„Die Mühle ist richtig spannend, schade, dass wir beim Mühlentag nicht in Wittenburg sein können“, sagt Noah, der mit seiner Familie zufällig an der Mühle vorbeigekommen ist. Die Familie von Rothkirch lebt eigentlich in Gisborne, Neuseeland, und ist auf einer Rundreise durch Deutschland. „Wir haben die Mühle gesehen und durften sie uns anschauen, denn so etwas gibt es in Neuseeland nicht“, berichtet Mutter Nadine von Rothkirch.
Noah, der für seine Schulkameraden in Gisborne ein Reisetagebuch mit Fotos und Texten führt, ist beeindruckt: „Ich habe noch nie darüber nachgedacht, wie schlau das ist, den Wind als Antrieb zu benutzen.“ In Neuseeland ist es üblich, dass Kinder für längere Zeit den Unterricht online verfolgen und ihre Erfahrungen dokumentieren. „In Neuseeland ist nur wichtig, dass die Kinder sich weiterbilden, ihre Erfahrungen dokumentieren und den anderen Schülern zugänglich machen“, erklärt seine Mutter die Unterschiede im Bildungssystem.
Noah und seine Schwester Ella probierten begeistert die Handmühlsteine aus, um Mehl aus Getreide zu mahlen. „Das bieten wir zum Beispiel auch am Mühlentag an, da sind Kinder und Erwachsene oft überrascht, wie viel Getreide man für ein Kilo Mehl braucht und wie anstrengend das Mahlen ist“, sagt Tino Oberhack. Der Mühlentag verspricht somit nicht nur Unterhaltung, sondern auch lehrreiche Einblicke in ein traditionelles Handwerk.



