Nach Vorwürfen der Vetternwirtschaft hat die AfD Sachsen-Anhalt eine Kommission mit dem Namen „Verhalten im politischen Betrieb“ eingesetzt. Das Gremium soll sich mit den Anstellungsverhältnissen bei Abgeordneten befassen und wird vom AfD-Landtagsabgeordneten Gordon Köhler geleitet.
Der Landesvorstand beklagte in einer Mitteilung erneut eine „politisch-mediale Kampagne“ gegen die Partei. Rechtlich einwandfreie Anstellungsverhältnisse würden skandalisiert, hieß es. AfD-Landesvorsitzender Martin Reichardt erklärte: „Unsere Anstellungsverhältnisse sind rechtlich einwandfrei. Dennoch wird unsere neue Kommission nun Empfehlungen erarbeiten, um jeder weiteren Skandalisierung rechtmäßiger Arbeitsverhältnisse vorzubeugen.“
Die Kommission soll Empfehlungen zur Anstellungspraxis vorlegen und über gesetzliche Änderungen beraten. Dabei sollen auch die Regelungen anderer Bundesländer betrachtet werden. Ein von einigen Mitgliedern geforderter Sonderparteitag zur Aufarbeitung der Vorwürfe wird hingegen nicht stattfinden, da kein satzungsgemäßer Antrag mehrerer Kreisverbände vorliege, so ein Parteisprecher.
Bundesweit sieht sich die AfD mit Vorwürfen der Vetternwirtschaft konfrontiert. Immer mehr Fälle werden bekannt, in denen Familienangehörige von AfD-Politikern bei anderen Abgeordneten beschäftigt sind. Mehrere Fälle aus Sachsen-Anhalt hatten für Aufsehen gesorgt. Medienberichten zufolge beschäftigt die AfD deutlich mehr Mitarbeiter als andere Fraktionen: Die 23 AfD-Abgeordneten im Magdeburger Landtag hatten im Dezember 162 Mitarbeiter angestellt, während die 40 CDU-Abgeordneten auf 125 Mitarbeiter kamen.



