IG-Metall-Chefin droht Regierung mit Massenprotesten
IG-Metall-Chefin droht Regierung mit Protesten

Die Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, hat der Bundesregierung mit Massenprotesten gedroht, falls diese den Kurs in der Wirtschafts- und Sozialpolitik nicht ändere. Im ZDF-Morgenmagazin übte die 58-Jährige scharfe Kritik an der schwarz-roten Koalition und warf ihr eine „Politik der Verunsicherung“ vor. Es gebe „keinen klaren Kurs nach vorn“, wie das Land mit einer guten Industrie- und Sozialpolitik demokratisch zusammengehalten werden könne, so Benner.

Wachsende Unzufriedenheit unter Beschäftigten

Benner warnte vor zunehmender Unzufriedenheit unter den Arbeitnehmern. Viele Beschäftigte fühlten sich durch die Debatten über Krankheitsstände, Teilzeit und längere Arbeitszeiten regelrecht „beschimpft“. Auf die Frage, ob sie Massenproteste ausschließen könne, antwortete die Gewerkschafterin ausweichend: Die Regierung habe es „noch in der Hand“. Wenn „das Fass zum Überlaufen kommt“, könnten die Gewerkschaften aber „auch anders“.

Absage an längere Arbeitszeiten

Die Forderung nach längeren Arbeitszeiten wies Benner entschieden zurück. Diese Debatte sei „absurd“, betonte sie. Viele Unternehmen in der Metall- und Elektroindustrie litten derzeit unter Auftragsmangel und Unterauslastung. Sozialabbau werde „kein Wirtschaftswachstum schaffen“, unterstrich die IG-Metall-Chefin. Ihre Gewerkschaft vertritt rund 2,02 Millionen Beschäftigte in Deutschland und fordert mehr Investitionen in Zukunftsbranchen wie künstliche Intelligenz oder Elektromobilität. Zudem brachte Benner eine Zusammenlegung von privater und gesetzlicher Krankenversicherung ins Spiel.

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Frühere Warnungen zur Rente

Bereits Ende April hatte Benner mit Blick auf die Rente klargestellt: „Es gibt No-Gos, auf die wir mit Protesten reagieren würden“, sagte sie der „Süddeutschen Zeitung“. Sollte die Regierung die gesetzliche Rente kürzen, „dann brennt die Hütte“. Hintergrund war eine Aussage des Kanzlers, wonach die gesetzliche Rente künftig nur noch eine Basisabsicherung im Alter sein werde. Benner machte deutlich, dass die IG Metall bereit sei, für die Interessen der Arbeitnehmer auf die Straße zu gehen.

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