Streit um Polizeifinanzierung: Spranger droht dem Bund
Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat dem Bund im Streit um die Finanzierung der Hauptstadtpolizei gedroht. Im Interview mit der Berliner Zeitung sagte sie: „Wenn der Bund nicht bereit ist, seiner Verantwortung gerecht zu werden, wäre ich gezwungen, andere Maßnahmen zu ergreifen.“ Seit 2021 im Amt, fordert Spranger mehr Mittel für die Polizei, um Sicherheit und Ordnung in der wachsenden Metropole zu gewährleisten.
Hintergrund des Konflikts
Der Konflikt schwelt seit Jahren: Berlin fordert vom Bund eine höhere Beteiligung an den Kosten für die Polizei, insbesondere für die Bewältigung von Großlagen wie Demonstrationen und Terrorabwehr. Laut Spranger fehlen jährlich rund 100 Millionen Euro. „Wir können nicht weiter zusehen, wie die Belastung steigt, während der Bund sich zurückzieht“, so die Senatorin. Sie verwies auf die besondere Rolle Berlins als Hauptstadt und internationales Zentrum.
Mögliche Maßnahmen und Reaktionen
Spranger ließ offen, welche konkreten Schritte sie erwägt. Denkbar wären rechtliche Schritte oder eine Verweigerung von Bundesaufgaben. Der Bund hingegen verweist auf die bestehenden Finanzierungsmechanismen. Die SPD-Politikerin betonte: „Ich bin die erste weibliche Innensenatorin Berlins und werde mich nicht unterkriegen lassen.“ Der Streit könnte sich bis in den Bundestag ziehen, wo die Berliner Abgeordneten Druck machen wollen.
Auswirkungen auf die Sicherheitslage
Die Unterfinanzierung gefährde die Einsatzfähigkeit der Polizei, warnt Spranger. „Schon jetzt müssen Beamte Überstunden leisten, und die Ausrüstung ist veraltet.“ Ohne zusätzliche Mittel drohten Einschränkungen bei der Kriminalitätsbekämpfung. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) unterstützt die Forderungen und fordert eine dauerhafte Lösung.



