Titan-Implosion: Experten schildern grausiges Schicksal der Insassen
Titan-Implosion: Grausiges Schicksal der Insassen

Neue Details zum Titan-Unglück: Wie starben die Insassen?

Drei Jahre nach dem tragischen Untergang des Tauchboots „Titan“ soll ein abschließender Bericht die letzten offenen Fragen klären. Fünf Abenteurer waren im Juni 2022 aufgebrochen, um das Wrack der Titanic aus nächster Nähe zu sehen. Doch die Mission endete in einer Katastrophe: Das U-Boot implodierte in rund 3800 Metern Tiefe. Mediziner haben nun die mutmaßlichen menschlichen Überreste untersucht und geben Einblicke in die Todesumstände.

Bewusstlos oder bei vollem Bewusstsein?

Unklar ist, ob die fünf Passagiere die Implosion überhaupt bewusst erlebt haben. „Es ist davon auszugehen, dass das Ganze stattgefunden hat, nachdem unter anderem die Systeme zur Sauerstoffversorgung ausgefallen waren“, erklärt Leo Latasch, Tauchmediziner und ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin. In diesem Fall wären die Insassen durch den Anstieg von Kohlendioxid oder Sauerstoffmangel bereits bewusstlos oder tot gewesen, bevor die Implosion eintrat. Sollten sie jedoch noch bei Bewusstsein gewesen sein, erwartete sie ein grausamer Tod.

Enormer Wasserdruck in der Tiefe

Das Titanic-Wrack liegt in einer Tiefe von 3800 Metern, wo ein immenser Druck herrscht. „Der Wasserdruck nimmt alle 10 Meter um ein Bar zu“, erläutert Claudia Haizmann, leitende Ärztin am Druckkammerzentrum in Freiburg. Am Meeresgrund beträgt der Druck etwa 380 Bar – zum Vergleich: Ein Autoreifen hat etwa 2 Bar. „Das heißt, da herrscht ein unglaublicher Wasserdruck, den das U-Boot aushalten muss“, so Haizmann. Laut Latasch wird dieser Druck normalerweise durch das Material und einen leichten künstlichen Innendruck aufgefangen. „Durch den Ausfall der gesamten Technik versagte der Innendruck, die äußere Hülle implodierte in das Innere.“

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Implosion: Der Körper wird zerrissen

„Wenn da irgendetwas kaputtgeht, dann wird das Boot wie eine Cola-Dose zusammengedrückt“, beschreibt Haizmann den Vorgang. Der schlagartige Druckunterschied führe zur Implosion. „Wir gehen davon aus, dass es den menschlichen Körper dann innerhalb von Millisekunden zerreißt“, ergänzt Latasch. Bei dieser Geschwindigkeit habe der Mensch keine Zeit, den Tod zu registrieren. Die Folge: „Letztendlich gibt es eine Implosion und das eindringende Wasser hat dann so eine Macht, dass es nachher aussieht wie bei einer Explosion – in kleinste Teile zerlegt“, so Haizmann. Die luftgefüllten Hohlräume im Körper, wie die Lunge, werden zusammengedrückt. „Das heißt, nicht nur die Überbleibsel des U-Bootes, sondern auch die Körper gleichen einem Trümmerfeld. Da bleibt nichts mehr heil.“

Sicherheitsmängel und die Insassen

Die genaue Ursache der Implosion ist noch ungeklärt. Bereits vor dem Unglück waren Sicherheitsmängel bekannt geworden. So wurde die Titan unter anderem mit einem X-Box-Controller gesteuert. Oceangate-CEO Stockton Rush, der ebenfalls an Bord war, hatte jedoch betont, dass der Druckbehälter in Zusammenarbeit mit Boeing, der NASA und der Universität Washington entwickelt wurde. Die fünf Insassen waren: der Franzose Paul-Henri Nargeolet (77), der britische Abenteurer Hamish Harding (58), der britisch-pakistanische Unternehmensberater Shahzada Dawood (48), dessen 19-jähriger Sohn Suleman sowie Stockton Rush (61), der das Boot steuerte.

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