Ein halbes Jahr vor der Landtagswahl steht die AfD Sachsen-Anhalt in Umfragen an der Spitze, doch intern tobt ein erbitterter Machtkampf. Der Landesvorstand hat den Parteiausschluss des früheren Generalsekretärs Jan Wenzel Schmidt beantragt und wirft ihm Bereicherung und Untreue vor. Schmidt wiederum erhebt in einem 15-seitigen Brief schwere Anschuldigungen gegen die Parteiführung, darunter Vetternwirtschaft und Vorteilsnahme.
Laut einem 154-seitigen Ausschlussantrag soll Schmidt mehrere Mitarbeiter einer ihm gehörenden E-Zigaretten-Firma als Minijobber in seinem Bundestagsbüro angestellt haben, ohne dass diese Arbeitsleistung erbrachten. Dieses System sei ein „Ringtausch mit Geld“, so der Parlamentarische Geschäftsführer Tobias Rausch. Schmidt bestreitet die Vorwürfe und spricht von einer „Hetzkampagne“ und „Missgunst und Neid“.
Der Hintergrund des Zerwürfnisses sei laut Schmidt eine „klare Anweisung“ der Parteiführung, Direktkandidaten für die Bundestagswahl 2025 zu verhindern. Schmidt habe sich widersetzt und sei daraufhin in Ungnade gefallen. Er wirft der Führung vor, ihn „gezielt dämonisiert“ zu haben. Die ZEIT berichtet von internen Dokumenten und Gesprächen, die ein Bild einer Partei zeichnen, die trotz Regierungsambitionen ein erhebliches Potenzial zur Selbstzerstörung habe.



