Der Bayerische Rundfunk (BR) steht nach einem umstrittenen Beitrag zur Verschleierung von Frauen in der Kritik. In der Sendung wird die Bedeckung des Körpers als modischer Trend dargestellt, ohne kritische Einordnung. CSU-Generalsekretär Martin Huber (48) greift den Sender nun scharf an.
Bericht verharmlost Unterdrückung
In dem Beitrag des BR kommen Selda Dastan, Inhaberin eines Ladens für scharia-konforme Mode, und ihr Mann Ahmed zu Wort. Sie preisen die Verschleierung als schön und wichtig für Frauen an. Der BR beschreibt dies als Gegentrend zu Bikini und kurzen Hosen und verwendet den Begriff „Modest Fashion“. Dieser Begriff kann sowohl „bescheidene Mode“ als auch „züchtige Mode“ bedeuten.
Besonders empörend ist ein Vergleich von Ahmed: Er stellt Frauen mit Handys gleich, die man mit einer Hülle vor Schaden schützt. „Was wichtig ist, muss auch geschützt werden“, sagt er. „Eine Frau ist auch sehr wichtig mit allen Körperteilen. Sie sollte kein Objekt für andere Männer sein.“ Daraus folgert er, dass Frauen verhüllt sein sollten.
CSU: Frauen werden degradiert
CSU-Generalsekretär Martin Huber zeigt sich fassungslos: „Wer Frauen mit Handyhüllen vergleicht, das Tragen von Kopftüchern und Burkas als feministisch beschreibt, degradiert Frauen zu Objekten und verkennt die Lebenswirklichkeit von Frauen in vielen Teilen der Welt. Dass solche Aussagen in einem öffentlich-rechtlichen Beitrag unkommentiert stehen bleiben, ist völlig inakzeptabel.“
Im Bericht heißt es weiter: „Geprägt wurde diese Bewegung von muslimischen und jüdischen Designerinnen. Heute sprechen die Kollektionen auch Frauen an, die Mode als Zeichen ihres Selbstbewusstseins sehen.“ Huber kritisiert diese Darstellung scharf: „Während Frauen im Iran und in Afghanistan für ein falsch getragenes Kopftuch brutalst bestraft werden, wird hier ein Symbol der Unterdrückung romantisiert. Und das bezahlt mit unseren Beiträgen.“
Die CSU fordert eine Überprüfung des Beitrags und eine kritischere Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.



