Der Fußball-Weltverband Fifa hat sich erstmals ausführlich zu seiner umstrittenen Entscheidung geäußert, die Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun zur Bewährung auszusetzen. In einer 13 Absätze umfassenden Stellungnahme, die noch vor dem Anpfiff des Achtelfinalspiels der USA gegen Belgien veröffentlicht wurde, erläuterte die Fifa die Abläufe aus ihrer Sicht. Die Kernbegründung für die Aussetzung der Sperre umfasst jedoch lediglich einen einzigen Satz.
Die Fifa hält an Roter Karte fest
Die Fifa argumentiert in ihrer Stellungnahme, dass Baloguns Rote Karte weiterhin Bestand habe und auch die automatische Sperre von einer Partie, die eine solche Tatsachenentscheidung nach sich zieht, nicht aufgehoben sei. Die Entscheidung zur Roten Karte sei demnach nicht falsch gewesen. Der Weltverband betont jedoch, dass er das Recht habe, eine Strafe anzupassen und zur Bewährung auszusetzen. Dieser Schritt sei auf Grundlage der Statuten und des Disziplinarreglements erfolgt.
Ein Satz als zentrale Begründung
Darüber, warum die Fifa diesen Schritt ging, gibt es in der langen Stellungnahme nur einen Satz: „Die Aussetzung der Vollstreckung der genannten Sperre wurde unter Berücksichtigung aller besonderen Umstände des Vorfalls sowie der verfügbaren Beweismittel beschlossen.“ Was die besonderen Umstände sind und auf welche Beweismittel sich die Fifa stützte, wurde nicht mitgeteilt. Dies lässt Raum für Spekulationen, insbesondere im Zusammenhang mit einem Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und Fifa-Präsident Gianni Infantino.
Hintergrund des Vorfalls
Balogun hatte vergangenen Mittwoch beim 2:0-Sieg der USA im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina eine Rote Karte gesehen. In der Situation hatte der Videoschiedsrichter eingegriffen, zunächst gab es für die Aktion nur Freistoß. Nach Roten Karten ist ein Spieler automatisch für die folgende Partie gesperrt. Einen Tag vor dem Achtelfinale zwischen den USA und Belgien wurde dann völlig überraschend bekannt, dass die Fifa die Sperre für ein Jahr zur Bewährung aussetzt.
Kritik und politische Verwicklungen
Für harsche Kritik sorgte insbesondere, dass es zuvor ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und Fifa-Präsident Gianni Infantino gegeben hatte. Trump bat eigenen Angaben zufolge um eine „Überprüfung“ der Sperre. Beim Spiel gegen Belgien lief Balogun dann in der Startelf auf. Die Fifa äußerte sich in ihrer Stellungnahme nicht direkt zu dem Telefonat, was die Kritik weiter anheizte.



