Spahn schließt Kanzlerambitionen aus: „Schließe ich aus“
Spahn: „Schließe ich aus“ – Keine Kanzler-Träume

Spahn bestreitet eigene Kanzler-Träume

CDU-Fraktionschef Jens Spahn (46) hat im Interview mit BILD klargestellt, dass er keine Ambitionen auf das Kanzleramt habe. „Ich habe keine Ambitionen, also schließe ich die einfach aus“, sagte der 46-Jährige. Spahn ist seit Mai 2025 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und enger Vertrauter von Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU).

Koalitionskrise: Spahn mahnt zu Tempo

Im Gespräch äußerte sich Spahn zur aktuellen Lage der schwarz-roten Koalition. „Wir reden in der Koalition miteinander, dass wir gelegentlich mehr Tempo brauchen“, so Spahn. Er räumte ein, dass die Zusammenarbeit zwischen Union und SPD „manchmal auch mühsam“ sei. Beim Infrastrukturgesetz und der Wahlrechtsreform sieht er die SPD als Bremser. Dennoch zeigte er sich zuversichtlich: „Wir bleiben so lange miteinander sitzen, bis wir zu Entscheidungen gekommen sind.“

Keine Nachfolger-Debatte um Merz

Auf die Frage, ob Hendrik Wüst oder er selbst als Kanzler-Nachfolger infrage kämen, reagierte Spahn ablehnend. „Die ganze Debatte ist Unsinn. Friedrich Merz ist kein Kuschelkanzler“, betonte er. Merz sei jemand, der anpacke und das Richtige wolle.

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Umfragen und Maskenaffäre

Spahn zeigte sich besorgt über Umfragen, in denen die Union hinter der AfD liegt. „Das sind Umfragen, die mich wirklich umtreiben“, gestand er. Er führt dies auf Frust und Enttäuschung in der Bevölkerung zurück. Zur Maskenaffäre aus seiner Zeit als Gesundheitsminister sagte Spahn: „In Zeiten der Krise mussten schnelle Entscheidungen getroffen werden. Mit dem Wissen von heute hätte man manches anders entschieden.“

Arbeitszeitflexibilisierung und Paragraf 188

Spahn sprach sich für mehr Flexibilität bei der Wochenarbeitszeit aus. Arbeitgeber und Beschäftigte sollten dies regeln können, sofern der Schutz erhalten bleibe. Zum umstrittenen Paragrafen 188, der Politiker vor Beleidigungen schützt, forderte Spahn eine Überarbeitung: „Der Paragraf muss so überarbeitet werden, dass nicht mehr der Eindruck da ist, wir hätten uns ein Sonderrecht geschaffen.“ Auf die Frage nach dem Wort „Blödmann“ entgegnete er schmunzelnd: „Wenn Sie möchten, könnten Sie das weiter sagen. Aber ich finde, das macht kein Gespräch schöner.“

Krawattenpflicht im Bundestag?

Zum Abschluss des Interviews zeigte sich Spahn als Traditionalist: Er wünsche sich mehr Krawatten im Plenum. „Ich finde, das ist was Besonderes, ein besonderer Raum. Wir entscheiden da für 84 Millionen Menschen, und für mich gehört da eine Krawatte dazu.“ Seine eigene Krawatte zierten Elefanten – schon vor Merz‘ Kanzlerschaft.

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