Rachel Rinast, ehemalige Schweizer Nationalspielerin, äußert sich im Interview zur aktuellen WM-Euphorie in ihrer Heimat, den Chancen der Nati gegen Argentinien und zur oft geschlechterbasierten Kritik an Frauen im Männerfußball. Die Schweiz steht erstmals seit 72 Jahren wieder im Viertelfinale einer Weltmeisterschaft – ein historischer Erfolg, der auch Rinast persönlich bewegt.
Emotionale Bindung zur Nati
„Mein Herz schlägt rot-weiß, weil ich selbst das Trikot getragen habe. Völlig neutral zu sein, fällt mir da schwer“, gesteht Rinast. Da sie die Schweizer bei diesem Turnier nicht kommentiert, kann sie jedoch als Fan mitfiebern. Das Achtelfinale habe sie sich vor Ort angeschaut und die Begeisterung in der Schweiz sei trotz großer Zeitunterschiede bei den Public Viewings spürbar.
Chancen gegen Argentinien
Die Schweizer Nati trifft im Viertelfinale auf Argentinien, den Titelverteidiger. Rinast sieht durchaus Chancen: „Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie gegen starke Gegner bestehen kann. Mit einer geschlossenen Defensive und schnellen Kontern ist alles möglich.“ Sie verweist auf die taktische Disziplin und den Teamgeist, die die Schweiz bislang ausgezeichnet haben.
Geschlechterbasierte Kritik im Fußball
Rinast, die selbst als Kommentatorin im Männerfußball arbeitet, thematisiert auch die unterschiedlichen Maßstäbe: „Manchmal richtet sich Kritik eher nach dem Geschlecht als nach der Leistung.“ Frauen müssten oft mehr leisten, um dieselbe Anerkennung zu erhalten. Sie fordert mehr Fairness und eine stärkere Fokussierung auf fachliche Kompetenz.
WM-Euphorie in der Schweiz
Die Stimmung in der Schweiz sei „unglaublich“, so Rinast. „Die Menschen sind stolz auf die Mannschaft, und das völlig zu Recht. Es ist eine große Chance, den Fußball im Land weiter zu fördern.“ Sie hofft, dass der Erfolg auch langfristig positive Effekte auf den Schweizer Fußball haben wird.
Rinasts persönliche Perspektive
Als ehemalige Nationalspielerin weiß Rinast, wie viel Arbeit hinter solchen Erfolgen steckt. „Die Spielerinnen haben sich das verdient. Ich bin froh, dass ich jetzt einfach Fan sein kann und mitfiebere.“ Sie betont, wie wichtig Vorbilder für den Mädchenfußball seien.
Das Interview führte Inga Hofmann.



